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ATOM-TRUPPEN NACH OSTEUROPA

aus DER SPIEGEL 30/1964

Die US-Presse veröffentlichte in den letzten Tagen auch jene Ausschnitte des SPIEGEL-Gesprächs mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Barry Goldwater, die im SPIEGEL nicht erschienen waren. Goldwater hatte auf SPIEGEL-Fragen unter anderem geantwortet:

Das Versagen der USA bei der Entwicklung neuer strategischer Waffen wird uns bis zum Jahre 1970 hinter die Sowjets zurückwerfen.

Wenn ich als Präsident vor dem Vietnam-Problem stünde, würde ich meine Generalstabschefs rufen und ihnen sagen: Jungs, wir haben beschlossen zu siegen. Alles andere ist nun eure Sache.

Als Präsident wäre ich bereit, Truppen mit Atomwaffen nach Osteuropa zu beordern, wenn das der einzige Weg wäre, den Erfolg eines Aufstands zu gewährleisten.

Die USA sind zur Zeit militärisch stark genug, mit Rußland zu machen, was sie wollen. Unsere Außenpolitik sollte vor der Möglichkeit eines Krieges nicht zurückschrecken. Aber sie sollte sich natürlich nicht von Anfang an darauf verlassen.

Ich muß zugeben, daß ich oft aus der Hüfte schieße. Ich muß auch zugeben, daß ich, obgleich ich nicht der intelligenteste Mann der Welt bin - viele meinen sogar, ich sei ziemlich ignorant -, sehr viel herumgereist bin, daß ich mehr erlebt und getan habe als die meisten Männer im Kongreß.

Ich glaube nicht, daß Lyndon Johnson besser für die Präsidentschaft qualifiziert ist als ich oder Tausende andere Männer im Lande. Ich glaube auch nicht, daß ich der beste Mann in der Republikanischen Partei oder Amerikas bin. Ich bin ein Politiker, der meinte, daß man den Wählern eine Alternative bieten müsse.

Wenn man bei der Abstimmung die Türen zum Senat abgeschlossen und die Lichter ausgedreht hätte, wären für die Bürgerrechtsgesetze keine 25 Stimmen zusammengekommen.

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