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Atomwaffenfreie Zone in Nahost?

aus DER SPIEGEL 32/1987

Israel sei bereit, mit der Sowjet-Union über eine atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten zu verhandeln, kündigte Außenminister Schimon Peres in einer Geheimnote an die Moskauer Führung an. Den Auftakt dazu sollten am besten direkte Gespräche (die Moskau bislang vermied) zwischen den Außenministern beider Länder bilden - entweder bei einem Treffen im Rahmen der Uno-Vollversammlung im September in New York oder während eines etwaigen Peres-Besuchs in Moskau noch vor Jahresende. Der Außenminister reagierte damit auf sowjetische Kritik an Israels Raketenrüstung: Berichte, denen zufolge die Israelis im Mittelmeer erfolgreich eine von ihnen entwickelte »Jericho 2«-Mittelstreckenrakete (geplante Reichweite bis zu 1450 Kilometer) erprobt hätten, die auch atomar bestückt werden könnte, hatte Radio Moskau vergangene Woche mehrmals mit der Warnung kommentiert, das Aufrüstungsprogramm könnte »fatale Folgen« für Israel haben. Der Sender hatte Israel ferner aufgefordert, sich Gorbatschows Abrüstungsinitiativen anzuschließen. Moskau selbst sei mit gutem Beispiel vorangegangen und habe sich mehrfach geweigert, Syrien mit SS-23-Raketen aufzurüsten, die alle Städte Israels gefährden würden. Außenminister Peres signalisierte dem Kreml die Bereitschaft seines Landes, unter gewissen Umständen - wohl: Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen - die weitere Entwicklung von Mittelstreckenraketen zu verlangsamen oder ganz zu stoppen.

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