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Briefe

Auch positiv zu interpretieren
aus DER SPIEGEL 43/1997

Auch positiv zu interpretieren

Nr. 41/1997, Szene: Studie über sexuelle Probleme von Teenagern

Als einer der beiden wissenschaftlichen Leiter der von Ihnen erwähnten Emnid-Studie (1994) kann ich Ihren Pessimismus nicht teilen. Die von Ihnen erwähnten Befragungsergebnisse der 14- bis 17jährigen Jugendlichen lassen sich durchaus auch in positiver Hinsicht interpretieren, wenn man sie beispielsweise mit den Aussagen der befragten Eltern vergleicht. Hat knapp ein Drittel der Elterngeneration noch auf Verhütungsmaßnahmen beim ersten Koitus verzichtet, so trifft dies heute nur bei 9 Prozent der Mädchen und 13 Prozent der Jungen zu. Verhütungsmittel wie Kondom und Pille stehen im Ruf, bei sachgerechter Anwendung einigermaßen zuverlässig und jugendgemäß zu sein. Beim ersten Geschlechtsverkehr hat das Präservativ bei Jungen und Mädchen eine Vorrangstellung. Es wurde von den koituserfahrenen Mädchen viel häufiger (62 Prozent) als Kontrazeptivum angegeben als von den eigenen Müttern (24 Prozent). Auch bei den Jungen (57 Prozent) ergibt sich eine ebensolche Steigerung dieses Verhütungsmittels von etwa 150 Prozent, wenn man dieses Ergebnis mit dem der Väter (23 Prozent) vergleicht. Junge Paare verwenden die Pille als Verhütungsmittel heute doppelt so oft wie ihre Eltern zum damaligen Zeitpunkt.

LANDAU (RHLD.-PFALZ) PROF. NORBERT KLUGE

FORSCHUNGSSTELLE FÜR SEXUALWISSENSCHAFT AN DER UNIVERSITÄT KOBLENZ-LANDAU

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