Zur Ausgabe
Artikel 28 / 56
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Briefe

AUF ABWEGEN
aus DER SPIEGEL 31/1960

AUF ABWEGEN

Das SPIEGEL-Gespräch mit Hellwege eignet sich hervorragend dazu, Studenten der politischen Wissenschaften ein Musterbeispiel einer verworrenen, romantischen und völlig unzeitgemäßen politischen Konzeption zu geben. Es beweist, daß diese kleine Partei nicht mehr die Berechtigung hat mitzusprechen.

Göttingen

ERNST-WILHELM STOFFREGEN

Bravo, ein beiderseitig glänzendes Interview! Der Taktiker Hellwege erwies sich als ein glänzender Schüler seines Wahlverwandten Adenauer. Schade nur, daß wir mit taktischen Mittelchen nicht mehr zu retten sind.

Norderney (Nordsee)

HANS JÄHDE

Der Übertritt zur CDU ist ein glatter Betrug an den Wählern, die die Deutsche Partei gewählt haben.

Guls (Rhein)

GEORG BÜCKER

Ihre arroganten Redakteure... sollten zur Kenntnis nehmen, daß der Mittelstand Niedersachsens auch in Zukunft Männer in seiner Mitte finden wird, die bereit sind, ihre konservative Lebenseinstellung gegen einen übertriebenen Liberalismus zu behaupten, und die sich dadurch von den SPIEGEL-Gesprächspartnern des Herrn Hellwege unterscheiden, daß sie noch wissen, was die sittlichen Werte eines Volkes ausmacht.

Bonn-Lengsdorf

WILHELM WEHLAND

Deine Behauptung, die sechs übriggebliebenen DP-Abgeordneten seien keine Fraktion mehr und hätten deshalb alle bisherigen Ansprüche auf diätenträchtige Mitarbeit in den Ausschüssen des Parlaments verloren, ist - man möge mir die von Dir angeregte Sprachneuschöpfung verzeihen - etwas fehlerträchtig. Seit der Diätenreform vom Mai 1958 ist die Mitarbeit in den Bundestagsausschüssen nicht mehr diätenträchtig. An den Sitzungstagen müssen sich die Abgeordneten in die vor dem Plenarsaal ausgelegten Anwesenheitslisten eintragen. Eine vergessene Unterschrift kostet 30, an Plenarsitzungstagen 50 Mark. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Abgeordnete an einem solchen Tag im Ausschuß, in der Fraktionssitzung oder auf seinem Arbeitszimmer war. Die

DP-Abgeordneten können zwar nicht mehr ordentliche Mitglieder

von Bundestagsausschüssen sein. Finanzielle Auswirkungen hat das aber nicht.

Calw (Württ.)

HERMANN DÜRR

MdB

Es braucht nicht ehrlos zu sein, die Weltanschauung zu ändern; dann gibt es aber auch nur eine Entscheidung: Man muß das vom Wähler übertragene Mandat zurückgeben.

Hamburg 20

WERNER FLEISCHHAUER

Uns fehlt ein Parteiengesetz, das den Wort- und Vertrauensbruch des Abgeordneten gegenüber seinen Wählern erschwert; ein Gesetz, das den Mißbrauch des Mandats aus Gründen persönlichen Vorteils unterbindet.

Köln

JOSEFINE FRECHEM

Dem SPIEGEL sei Dank, daß er uns die Augen geöffnet hat, wie ein aufrechter Heinrich Hellwege und wie Hans-Christoph Seebohm den Treuebegriff auffassen. Bei einer Kandidatur Seebohms in unserem Wahlkreis werden sich viele Wähler daran noch erinnern, denn in der Nordheide vergißt man nicht so schnell!

Buchholz (Nordheide)

JÜRGEN HINRICHS

Ideale zur Partei kennen diese Herren sowieso nicht. Hauptsache, sie können ihr Pöstchen behalten.

Bochum-Dahlhausen

FRANZ SCHOLZ

... bestätigte Hellwege nur die These, die die Deutsche Reichs-Partei seit Jahren über ihn und seine Partei verbreitet: Unter Mißbrauch der schwarzweißroten Farben und nationaler Reden kam es darauf an, das nationale Lager zu spalten, viele deutschgesinnte Menschen zu, täuschen und ihre Wählerstimmen der ultramontanen Politik Konrad Adenauers zuzuführen. Als Gegenleistung gab es Mandate und Ministersessel.

Hattingen (Ruhr)

EGON KLEINLINGER

Beglückender Gedanke, daß der Zeitpunkt des Zerfalls einer Partei von der Erreichung des Pensionsalters eines Minister-Mitgliedes abhängig ist.

Essen-Bredeney

WOLFGANG ZIMMER

Wenn die guten, im positiven Sinne national gesinnten Kräfte in der DP noch eine Chance haben wollen, dann sollten sie sich der FDP anschließen; denn nur diese Partei hat noch ernsthaft die Möglichkeit, ein Zweiparteiensystem zu verhindern. Ein Zweiparteiensystem bedeutet für unsere parlamentarische Demokratie Selbstmord.

Glinstedt (Bremervörde)

W. KLAUCK

Kreisvorsitzender der FDP

Dritte Kraft und konservativ sind etwas mehr, als sich Herr Hellwege das vorstellt. Dazu gehört wahre geschichtliche Verbundenheit, nicht die Vertretung von Geschichtsbildern, die man sich selbst zusammengebastelt hat.

Bad Nenndorf

FREIHERR L. VON SIMMERN

Bisher habe ich den SPIEGEL kaum gelesen und hielt die Redakteure für geistige Nichtschwimmer. Nach Ihrer Ausgabe mit DP-Chef Hellwege halte ich bei Ihren Herren Abbitte!

Köln-Junkersdorf

PAUL SPRENGER

Vorwärts

FDP-MdB Dürr

Mehr lesen über
Zur Ausgabe
Artikel 28 / 56
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.