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Auf Frankreichs Hilfe

aus DER SPIEGEL 6/1964

Auf Frankreichs Hilfe

vertrauen die Rotchinesen bei ihrem diesjährigen Versuch, in die Uno aufgenommen zu werden. De Gaulles Frankreich, das Peking in der letzten Woche diplomatisch anerkannte, stimmte noch im letzten Jahr gemeinsam mit zwölf seiner ehemaligen Kolonien - die inzwischen selbständig und Mitglieder der Vereinten Nationen geworden sind, jedoch ihre Außenpolitik mit Paris abstimmen - gegen eine Uno-Mitgliedschaft Rotchinas. Für Peking, dessen Aufnahme-Antrag 1963 nicht wie in den früheren Jahren von der Sowjet-Union, sondern von dem europäischen China-Trabanten Albanien eingebracht worden war, stimmten im Oktober des Vorjahres lediglich 41 Uno-Mitglieder, darunter Großbritannien und Indien; zwölf Nationen enthielten sich der Stimme, 57 Staaten lehnten den albanischen Antrag ab. Wenn sich beim diesjährigen chinesischen Aufnahme-Begehren Frankreich und seine afrikanischen Bundesgenossen für Peking erklären und sich wiederum zwölf Staaten bei der Abstimmung neutral verhielten, würden sich die Mehrheitsverhältnisse in der Uno-Vollversammlung zugunsten Rotchinas ändern, zumal einige der bisher neutralen Länder durchblicken ließen, daß sie in diesem Jahr für China stimmen wollen. Als pro chinesisch gelten die Uno-Neuzugänge Sansibar und Kenia.

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