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Briefe

Auf nach Braunschweig
aus DER SPIEGEL 23/1975

Auf nach Braunschweig

(Nr 21/1975, Hochschulen: Etwa 160000 Studenten mehr ließen sich unterbringen, wenn die Verteilung von Universitätsräumen besser organisiert würde. Zu diesem Schluß kommt eine vom zuständigen Bundesministerium veranlaßte mathematische Studie)

Selbst wenn unsere Hochschulen weitere Studenten in Horsälen unterbringen könnten, frage ich mich, wie untragbar die Arbeitsbedingungen in den Seminaren werden müssen. In diesem Zusammenhang würde mich interessieren, was das Ministerium mit diesen auf organisationstechnischen Kriterien basierenden Rechenkunststücken bezweckt. -- Ich habe dafür nur eine Erklärung: Die weiße Weste der Regierung muß gewahrt bleiben, der Schwarze Peter also den Universitäten zugeschoben werden.

Bonn JOACHIM LOHFING

stud. jur.

Früher pflegte man einen entsprechenden wendigen Advokaten anzuheuern, um zu »beweisen«, was man gerade wahrhaben wollte. Heute scheinen einige Mathematiker den seltsamen Ehrgeiz zu entwickeln, in die Fußstapfen solcher »Juristen« zu treten. Derlei »Allzumenschlichkeiten« sind unvermeidlich mit der zunehmenden »Praxisrelevanz« dieses Faches verbunden. Kennzeichnend für den geistigen Horizont dieser cleveren Herren ist die Attacke auf die kleinen Fächer.

Aachen DR. GEORG RIEDER o. Professor für Technische Mathematik maximale Hörerzahl 670 im Jahre 1969)

Ohne Computer und ohne umzuorganisieren hätte während der letzten Jahre unsere Abteilung jährlich mehr als einhundert Studienanfänger zusätzlich aufnehmen können. Hier liegt ein Angebot von freien Studienplätzen vor. Obwohl das Studium auf den vielseitigen und aussichtsreichen Beruf des Diplom-Ingenieurs führt. nehmen die Abiturienten diese Chance nicht wahr. sondern drängen in Numerus-clausus-Fächer. Warum?

Braunschweig PROF. DR. E. BROMMUNDT Stellvertr. Leiter der Abteilung Maschinenbau an der Technischen Universität

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