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KOSOVO-EINSATZ Auf verminten Schmugglerpfaden

aus DER SPIEGEL 39/1999

Die vergangene Woche bei einem Minen-Unfall im Kosovo verwundeten fünf Bundeswehrsoldaten gehörten zu einer Spezialeinheit mit heiklem Auftrag. Die sogenannte Task Force Border (Einsatzgruppe Grenze) der Oldenburger Fallschirmjägerbrigade 31 soll im karstigen Gebirge an der Grenze zu Albanien »illegale Grenzübertritte verhindern« - und dazu die auf keiner Landkarte verzeichneten Trampelpfade auskundschaften, auf denen Schmuggler und UÇK-Kämpfer heimlich Konterbande und womöglich weiterhin Waffen und Munition ins Land schleusen.

Abseits von befestigten und von Minen geräumten Straßen lassen sich die Späher meist von angeworbenen Einheimischen führen. Wegen des hohen Minenrisikos sind sie nur tagsüber unterwegs, stets begleitet von Sicherungskräften, einem Arzttrupp und Spezialisten für Minen- und Munitionsbeseitigung. Für die Gegend um den Ort Morina nordwestlich von Prizren, in dessen Nähe die Soldaten von kaum entdeckbaren kleinen Plastiktretminen verletzt wurden, gab es weder von den Serben noch von der UÇK Unterlagen über Minensperren.

Zwei Soldaten mit schweren Beinverletzungen wurden nach Deutschland ausgeflogen; die drei anderen, darunter der Arzt, kamen mit Splitterschrammen, Beulen und blauen Flecken davon.

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