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Indien Aufrüstung in der Luft

aus DER SPIEGEL 31/1994

Die Luftwaffe Indiens, Stolz der potentiellen Groß- und Atommacht, steht vor einer doppelten Herausforderung: Sie muß auf das Vorhaben der USA reagieren, Jäger vom Typ F-16 an den feindlichen Nachbarn Pakistan zu liefern. Und sie muß die Überalterung ihrer Maschinen, darunter 250 russische MiG-21-Veteranen, stoppen. Um Pakistan, das Kernmaterial für 20 Atombomben besitzt, »vor Abenteurertum mit den F-16 abzuhalten«, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Neu-Delhi, wird der Bau eines rein indischen Kampfflugzeugs, des sogenannten Light Combat Aircraft (LCA), geplant. Damit wäre Delhi von ausländischen Lieferanten unabhängig - allerdings zu empfindlichen Kosten: Allein die Triebwerksentwicklung für das LCA-Projekt wird auf drei Milliarden Dollar veranschlagt. Indiens russische MiG-29, von denen schon 70 erworben wurden, sind nur bedingt einsatzfähig. Hauptgrund: die störanfälligen Düsen. 62 Triebwerke waren nach nur 150 Flugstunden unbrauchbar und mußten ausgemustert werden. In einigen wurden Fremdobjekte, zum Beispiel Putzwolle, gefunden.

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