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FUSSBALL Aufstand gegen Pay-TV

Von Georg Jakobs und Hans-Jörg Vehlewald
aus DER SPIEGEL 43/1997

In der SPD macht sich Widerstand gegen die Vermarktung wichtiger Sportrechte im Bezahlfernsehen breit. Dabei gerät der rheinland-pfälzische SPD-Landeschef Kurt Beck, der als Chef der Rundfunkkommission der Länder eine freiwillige Vereinbarung mit den Medienkonzernen Kirch und Bertelsmann gefunden hat, unter Druck. Beck, der auf Aufträge des Kirch-Bertelsmann-Senders Premiere für Rheinland-Pfalz hofft, gestand nach einer Anhörung in Mainz zu, Kirch könne seine TV-Rechte an den Fußball-Weltmeisterschaften der Jahre 2002 und 2006 weitgehend dem Pay-TV-Sender Premiere geben. Von 64 WM-Spielen sollen dort bis zu 30 Spiele exklusiv live laufen. Gegen die Absprache Becks werden die SPD-Fraktionschefs in den Ländern wie auch die meisten SPD-Ministerpräsidenten aktiv. So will sich auch Kanzleraspirant Gerhard Schröder auf einer Konferenz der Länderchefs für eine weitergehende Liste einsetzen, die mehr wichtige Ereignisse dem Pay-TV entziehen soll. Dazu gehörten etwa alle Länderspiele der Deutschen, fordert die Kieler Ministerpräsidentin Heide Simonis. In einem Brief an die Beck-Regierung führt ihre Staatskanzlei aus, es seien bisher nur »Ausführungen zur Kenntnis genommen worden«, Vorentscheidungen habe es nicht gegeben. Es werde zu prüfen sein, ob eine freiwillige Vereinbarung »einen weit genug gefaßten Schutzraum umfaßt«.

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