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Briefe

Aus dem Nichts
aus DER SPIEGEL 6/1996

Aus dem Nichts

(Nr. 4/1996, Prag/Bonn: Interview mit Ex-Außenminister JirI Dienstbier über antideutsche Ressentiments)

Herr Dienstbier täuscht sich, oder es handelt sich um Wunschdenken; auch wir Kinder von Sudetendeutschen und Enkel wollen wieder unser Eigentum zurück. Wir sehen absolut keinen triftigen Grund, der uns diesen Anspruch verbietet, es sei denn, wir Nachkommen zahlen den Preis für ganz Deutschland, für die in deutschem Namen im Protektorat begangenen Verbrechen oder etwa als Belohnung für die weit über dem reichsdeutschen Durchschnitt liegende Mitarbeit der Tschechen in der deutschen Kriegsproduktion. *UNTERSCHRIFT:

Barcelona FRED HOFFMANN

Die Sudetendeutschen sind keineswegs aus dem »kommunistischen Paradies« vertrieben worden, sondern schon vorher aus der damals noch nicht kommunistischen CSR. Außerdem ist es bestimmt nicht Herrn Dienstbier und seinen Tschechen zu verdanken, daß wir uns nach dem Zweiten Weltkrieg unsere demokratische Wohlstandsgesellschaft aus dem Nichts aufgebaut haben. *UNTERSCHRIFT:

Nürnberg HELMUT REDLICH

Als ob es nicht reihenweise Tote gegeben hätte, reagiert Dienstbier mit seiner Aussage, die Sudetendeutschen »können doch glücklich sein, aus einem kommunistischen Paradies vertrieben worden zu sein«, in etwa so, als würden deutsche Politiker Juden entgegnen, sie sollten doch froh sein um ihre Vertreibung, da sie in den USA zu Reichtum gekommen seien. Selbst wohlwollende Politiker dürfen auf solche Art Zynismus nicht mit Entgegenkommen antworten. *UNTERSCHRIFT:

Mannheim DIETER FLECK

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