100. Jahrestag des Kriegsbeginns Serbien errichtet Denkmal für Sarajevo-Attentäter Princip

Mit seinen Schüssen auf Thronfolger Franz Ferdinand löste Gavrilo Princip den Ersten Weltkrieg aus. Für viele Serben ist er dennoch ein Held. Die Regierung in Belgrad will den Nationalisten zum 100. Jahrestag des Attentats mit einem Denkmal ehren.
Gavrilo Princip: Ehrung zum 100. Jahrestag des Attentats auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger

Gavrilo Princip: Ehrung zum 100. Jahrestag des Attentats auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger

Foto: Heeresgeschichtliches Museum/ dpa

Belgrad - 100 Jahre nach seinem Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie setzt Serbien Gavrilo Princip ein Denkmal.

Die Statue werde zum Jahrestag am 28. Juni auf der Festung Kalemegdan in der Hauptstadt Belgrad errichtet, berichtete die größte serbische Zeitung "Novosti" am Donnerstag auf der Titelseite. Auftraggeber sei die Regierung des Landes. "Das serbische Volk macht auf diese Weise das Unrecht an Princip wieder gut, der niemals bisher ein Denkmal erhalten hat", schrieb das regierungsnahe Blatt.

Ein identisches Denkmal werde in Ost-Sarajevo aufgestellt, das seit dem Bosnienkrieg zur Republika Srpska gehört, die mit Belgrad verbündet ist. Nähere Angaben über die Gestaltung des geplanten "grandiosen Denkmals" machte die Zeitung nicht.

Bisher waren nur einige Straßen nach dem Attentäter benannt, der gemeinsam mit zehn Gesinnungsgenossen in Sarajevo begraben liegt. Princips Schüsse auf den Thronfolger von Österreich-Ungarn gelten als Auslöser der sogenannten Julikrise, die schließlich zum Ersten Weltkrieg führte.

In den vergangenen Monaten war eine internationale Diskussion entbrannt, ob Princip, der 1918 mit 23 Jahren im tschechischen Theresienstadt in Einzelhaft gestorben war, ein Patriot und Freiheitskämpfer oder ein nationalistischer Terrorist gewesen ist. Von Serben war kritisiert worden, dass ihr Landsmann und seine revolutionäre Organisation "Junges Bosnien" inzwischen im Westen oft mit der islamistischen Terrororganisation al-Qaida verglichen werde.

syd/dpa
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