1000 Sturmgewehre Israel erlaubt Waffenlieferung für Abbas

Israel hat laut einem Zeitungsbericht die Lieferung von 1000 Sturmgewehren an die palästinensische Autonomiebehörde von Präsident Mahmud Abbas im Westjordanland genehmigt. Jerusalem wolle damit verhindert, dass dort auch die radikal-islamische Hamas die Fatah-Milizen ausschalte.


Jerusalem - Die Lieferung sei die größte Waffenmenge für die palästinensischen Sicherheitskräfte, deren Lieferung ins Westjordanland Israel jemals erlaubt habe, berichtet die Zeitung "Haaretz". Die Regierung von Ministerpräsident Ehud Olmert wolle damit verhindern, dass die radikalislamische Hamas die Fatah-Milizen von Abbas im Westjordanland ausschalte, wie sie es Mitte Juni im Gaza-Streifen getan habe.

Es handele sich um 1000 Sturmgewehre des amerikanischen Typs M 16. Der Transport sei bereits vor drei Wochen über die von Israel kontrollierte Grenze zwischen Jordanien und dem Westjordanland erfolgt. Die beteiligten Seiten hätten Stillschweigen vereinbart, um die Position von Abbas im Machtkampf mit der Hamas nicht weiter zu schwächen.

Die Hamas hatte Mitte Juni die Macht im Gaza-Streifen gewaltsam an sich gerissen. Dabei waren Tausende früher gelieferte Gewehre der zu Abbas loyalen stehenden und von der Hamas vertriebenen Sicherheitskräfte in Gaza in die Hände der Islamisten gefallen.

Sowohl Israel als auch die internationale Gemeinschaft sind seitdem bestrebt, den als gemäßigt geltenden Abbas mit Geld, Waffen und politischen Gesten zu stärken. Praktisch kontrolliert der Palästinenserpräsident aber nur jene Gebiete des Westjordanlands, die nicht von Israel besetzt sind. Ein Sprecher von Olmerts Büro wollte den Bericht auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

als/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.