11. September Die fatalen Fehler von FBI und CIA

Das FBI tat zu wenig, die CIA gab ihre Erkenntnisse nicht weiter: Ein Bericht des US-Kongresses erläutert, welche Fehler in den amerikanischen Sicherheitsbehörden vor den verheerenden Anschlägen vom 11. September 2001 begangen wurden.


11. September 2001: Anschläge, die die Welt veränderten
AP

11. September 2001: Anschläge, die die Welt veränderten

Washington - Keine Information einer Behörde für sich allein genommen hätte die Anschläge verhindern können, heißt es in dem 900 Seiten umfassenden Untersuchungsbericht des Kongresses, der am Donnerstag veröffentlicht werden soll. Aber mangelnde Kommunikation untereinander begünstigte die Terroranschläge.

Die Verantwortung für die Attentate vom 11. September ziehe sich durch den gesamten Regierungsapparat, sagte ein Informant, der anonym bleiben wollte, in dem Bericht, der der Nachrichtenagentur AP in Teilen bereits vorliegt. Der Geheimdienst CIA habe es zum Beispiel versäumt, seine Erkenntnisse über Verbindungen von zwei in den USA lebenden späteren mutmaßlichen Attentätern zum Terrornetzwerk al-Qaida an die Bundeskriminalpolizei FBI weiterzuleiten. Das FBI wiederum habe sich zu wenig um die Terrorbedrohung innerhalb der eigenen Landesgrenzen gekümmert.

Ein Informant des FBI habe zum Beispiel Kontakt zu den mutmaßlichen Attentätern Khalid Almihdhar und Nawaf Alhazmi gehabt. Der Informant hatte jedoch keine Ahnung, dass diese beiden Verbindungen zu al-Qaida hatten. Das FBI erfuhr von diesen Kontakten erst später, nach dem Anschlag auf das US-Kriegsschiff "USS Cole" im Jemen im Oktober 2000.

Die CIA wusste dagegen schon vorher davon, ohne dieses an das FBI weiterzugeben. Erst am 23. August 2001, also drei Wochen vor den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon in Washington, wurden Almihdhar und Alhazmi vom FBI auf die Liste mutmaßlicher Terroristen gesetzt. Die beiden sollen zu dem Terrorkommando gehört haben, das sich mit dem Flugzeug auf das Pentagon stürzte.

"Es gibt eine Menge gemeinsam zu tragender Verantwortung", sagte der frühere Kongressabgeordnete Tim Roemer, der dem Untersuchungsausschuss angehörte. Die Kommission setzte sich aus Mitgliedern der Geheimdienstausschüsse von Senat und Repräsentantenhaus zusammen. Die Geheimhaltung des Berichts wurde jetzt aufgehoben, so dass er nun auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.



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