18 Tote in Afghanistan Zerfetzt auf der Fahrt zum Markt

Auf der Fahrt zu ihren Wochenendeinkäufen sind bei der Explosion einer Landmine nahe der südafghanischen Stadt Kandahar 18 Menschen getötet worden. Ein Sprecher des Gouverneurs sagte, möglicherweise handele es sich um einen Anschlag der Taliban oder des Fundamentalisten Gulbuddin Hekmatjar.


Kandahar - Die Mine ging hoch, als ein Bus in Rambaha, rund 20 Kilometer von Kandahar entfernt, über die Rambasi-Brücke fuhr. Die Passagiere waren aus einem Dorf in die Stadt unterwegs, um ihre Wochenendeinkäufe zu erledigen.

Die Explosion zerriss den Bus und tötete 18 Menschen. Alle Insassen des Busses waren Zivilisten, nur einer überlebte. Es sei schwierig gewesen, die Leichen zu zählen, die Mine habe die Körper der Opfer zerfetzt, hieß es. Augenzeugen berichteten, in die Straße sei ein rund ein Meter tiefer Explosionskrater gerissen worden. Der Anschlagsort sei mit Trümmern und Blutspuren übersät.

Es war zunächst nicht klar, ob es sich um einen Anschlag oder einen Unfall mit einer alten Mine handelte. Zunächst bekannte sich niemand zu einem Anschlag. Ein Sprecher des Gouverneurs von Kandahar sagte dem US-Sender CNN, es könne sich um einen Anschlag der Taliban oder des Fundamentalisten Gulbuddin Hekmatjar gehandelt haben.

Es galt aber auch als möglich, dass es sich um eine alte Mine aus der Zeit des Kriegs gegen die sowjetischen Truppen oder des Bürgerkriegs handelte. Für die Vermutung, dass die Minenexplosion ein Unfall gewesen sein könnte, sprach, dass es in der Gegend stark geregnet hatte. Eine alte Mine könnte daher freigespült worden sein. Außerdem soll der Bus ein wenig von der aufgeweichten Fahrbahn abgewichen sein. Außerhalb geräumter Areale besteht überall in Afghanistan Gefahr durch Minen.

Der stellvertretende Polizeichef Ustad Nasir Jan sagte, wahrscheinlich seien afghanische Soldaten das Ziel des Anschlags gewesen. Die Bombe explodierte seinen Angaben zufolge nur knapp einen Kilometer von einer Einheit der afghanischen Armee entfernt. Die Soldaten würden regelmäßig in der Gegend patrouillieren. "Wir glauben, dass sie das Ziel waren, aber wir ermitteln noch", sagte Jan.

US-Truppen hatten Anfang der Woche in der Region Luftangriffe gegen mutmaßliche Taliban-Sympathisanten geflogen, die sich in Höhlen nahe der Stadt Spin Boldak versteckt hatten. Dabei waren 18 Rebellen getötet worden.



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