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25. Oktober 2019, 19:22 Uhr

39 Tote in Lkw

Britische Polizei nimmt vierte verdächtige Person fest

Erst vor Kurzem hat die Polizei zwei weitere Personen im Zusammenhang mit dem Fund von 39 Leichen in einem Lkw in Essex festgenommen. Nun wurde eine vierte Person gefasst.

Am Abend wurde am Flughafen Stansted nach Angaben der Vizepolizeichefin von Essex, Pippa Mills, ein vierter Verdächtiger festgenommen, der in Verbindung mit den 39 Leichen stehen soll, die vor wenigen Tagen in einem Lkw entdeckt worden waren. Nach Angaben von Mills ist der Verdächtige 48 Jahre alt und stammt aus Nordirland. Er sei wegen Verdachts auf Menschenhandel und Totschlag verhaftet worden.

Nur wenigen Stunden zuvor hatte die britische Polizei zwei 38-jährige Tatverdächtige festgenommen, einen Mann und eine Frau. Sie seien in Warrington in Nordengland aufgegriffen worden, sagte die Polizei in Essex. Nach Angaben der britischen Zeitung "The Guardian" sind sie verheiratet.

Der Fahrer des Lkw, der ebenso wie der jetzt Festgenommene aus Nordirland stammt, bleibt in Polizeigewahrsam. Laut der Polizei stehe er unter Mordverdacht, der Inhaftierungsbeschluss gegen ihn sei verlängert worden. Im Internet kursieren Onlinepetitionen, in denen seine Freilassung gefordert wird.

Möglicherweise sind die Menschen erfroren

Die Leichen wurden in dem Container des Lkw im Waterglade-Industriepark in der Ortschaft Grays entdeckt. Am Donnerstag gaben die Behörden bekannt, dass alle Toten aus China stammen. Allerdings häufen sich nun die Berichte, dass einige der Toten aus Vietnam stammen könnten.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat die vietnamesische Botschaft in London bereits mehrere Anfragen vietnamesischer Familien erhalten, die herausfinden wollen, ob ihre Angehörigen an Bord des Lkw waren. Die Identitäten der Personen sind weiterhin nicht bekannt, nur dass es sich bei den Toten um 31 Männer und acht Frauen handelt. (Lesen Sie hier eine Reportage vom Fundort.)

Die Toten wurden am Donnerstag in eine Leichenhalle gebracht. Es wurden Autopsien veranlasst, um die Todesursache festzustellen. Möglicherweise sind die Menschen im Laderaum erfroren, da der große Lkw-Sattelauflieger zur Kühlung geeignet ist. Offiziell bestätigt ist die Todesursache noch nicht.

"Es ist die größte Ermittlung, die die Polizei in Essex jemals durchgeführt hat, und es wird einige Zeit dauern, bis wir sie abschließen können", sagte der leitende Polizist Ben-Julian Harrington. Die chinesische Botschaft in London sagte, sie habe ein Team nach Essex geschickt, das sich mit der dortigen Polizei treffen soll.

Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, sagte, "ich denke, dass es - egal, woher die Opfer kommen - eine riesige Tragödie ist". Der Fall lenke die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf das Thema illegale Einwanderung. "Wir hoffen, dass Großbritannien so schnell wie möglich die Identität der Opfer bestätigen und den Tathergang nachvollziehen kann und die Kriminellen in diesem Fall schwer bestraft", so Hua. Die Bevölkerung in China reagierte bestürzt auf die Nachricht, dass es sich bei den Toten um Chinesen handeln solle.

Seit Jahren versuchen Menschen, auf illegale Weise nach Großbritannien zu gelangen, oft setzen sie versteckt in Lastwagen von der EU aus zu dem Land über. Im Jahr 2000 wurden 58 Chinesen tot in einem Tomatentransporter im Hafen von Dover gefunden.

Im Video: Reaktionen auf den grausigen Fund

höh/Reuters/AP

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