50 Jahre Schweinebucht-Invasion Kuba gönnt sich eine Jubelparade

Vor 50 Jahren scheiterte eine von den USA gestützte Invasion - Anlass genug für Kuba, den Sieg über die Supermacht mit einer Parade zu feiern. Präsident Raúl Castro nahm erst den gigantischen Aufmarsch persönlich ab, dann sprach er beim Parteitag der kubanischen Kommunisten.

DPA

Havanna - Mit einem großen Militär- und Volksaufmarsch hat das kommunistische Kuba des Sieges über US-Truppen vor exakt fünf Jahrzehnten in der sogenannten Schweinebucht gedacht. Der militärische Angriff der USA auf das Land wurde mit Unterstützung des amerikanischen Geheimdienstes CIA von Exilkubanern als Maßnahme gegen die Revolution unter Fidel Castro durchgeführt - und scheiterte.

Der in Armeeuniform gekleidete 79-jährige Staatschef Raúl Castro nahm die Militärparade auf dem Revolutionsplatz gemeinsam mit Mitgliedern der Partei- und Staatsführung ab. Zu Beginn des Aufmarschs ehrten die Anwesenden Castros 84-jährigen Bruder, den "Revolutionsführer" Fidel, der nicht selbst an der Feier teilnahm. Fidel hatte Kuba seit dem Jahr 1959 regiert und die Macht im Juli 2006 aus gesundheitlichen Gründen an seinem Bruder Raúl übergeben.

Mehr als eine halbe Million Menschen kamen zu den Feierlichkeiten in der Hauptstadt Havanna. Nach dem Ende der Militärparade marschierten Tausende kubanische Bürger über den Platz und skandierten klassische revolutionäre Schlachtrufe wie "Es lebe das freie Kuba" und "Vaterland oder Tod". Bei der Parade handelte es sich um den ersten großen Aufmarsch des Militärs seit dem Machtwechsel vor fünf Jahren.

Raúl Castro stellt seine Reformen zur Abstimmung

Nach der Parade begann am Samstag zudem der erste Parteitag der kubanischen Kommunisten seit fast 14 Jahren. Bei dem bis Dienstag angesetzten Treffen sollen die etwa tausend Abgeordneten eine neue Parteiführung bestimmen. Dabei will Fidel Castro den Posten des Ersten Parteisekretärs abgeben, den er seit der Gründung der Partei im Jahr 1965 innehat.

Zudem will Präsident Castro seine im vergangenen Jahr angekündigten Wirtschaftsreformen billigen lassen, die Kuba tiefgreifend verändern sollen. Zur Verbesserung der Produktivität sollen die Kubaner künftig in 178 Branchen selbstständig arbeiten dürfen. Bisher kontrolliert der Staat etwa 95 Prozent des Wirtschaftslebens.

Allzu weit sollen die Reformen aber doch nicht gehen: Präsident Castro sagte auf dem Parteitag, trotz wirtschaftlicher Veränderungen werde es nicht erlaubt sein, Privatbesitz anzusammeln. Vorschläge in dieser Richtung seien zurückgewiesen worden, weil sie "im Gegensatz zur Essenz des Sozialismus" stünden.

ulz/AFP/Reuters/AP



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