9/11 Castro heizt Verschwörungstheorien an

Zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September belebt der kubanische Staatschef gängige und längst widerlegte Verschwörungstheorien: Die US-Regierung beschuldigt er der absichtlichen Fehlinformation. Das Pentagon sei nicht von einem Flugzeug, sondern von einer Rakete getroffen worden.


Havanna - Der erkrankte kubanische Staatschef Fidel Castro verbreitet Verschwörungstheorien über die Anschläge vom 11. September 2001: "Heute weiß man, dass es eine absichtliche Fehlinformation gab", schrieb Castro in einem Aufsatz, der im kubanischen Fernsehen verlesen wurde.

Kubas Staatschef Castro: "Absichtliche Fehlinformation"
REUTERS

Kubas Staatschef Castro: "Absichtliche Fehlinformation"

Nach Castros Meinung sei das US-Verteidigungsministerium nicht von einem Flugzeug, sondern von einer Rakete getroffen worden. Die Wahrheit hinter dem 11. September werde wahrscheinlich nie ans Licht kommen, wurde Castro weiter zitiert. "Wir wurden ausgetrickst wie die ganze Welt", schreibt Castro. Den Drahtzieher der Terroranschläge, Osama Bin Laden, erwähnt Kubas Staatschef in seinem Aufsatz mit keinem Wort.

Es kursieren Dutzende Verschwörungstheorien zum 11. September, viele davon sehen die Terroranschläge als das Werk der US-Regierung. Vor allem um den Einsturz der Twin Towers ranken sich die Theorien, die Buchautoren, selbsternannte Experten - oder jetzt Fidel Castro - verbreiten. Der Aufprall der Flugzeuge sei nicht stark genug gewesen, um die Türme des World Trade Centers in New York so stark zu beschädigen, heißt es zum Beispiel. Um im selben Atemzug Bomben ins Spiel zu bringen, mit denen die Flugzeuge bestückt gewesen sein müssten. Auch die "Lihop"-Version , kurz für "Let it happen on purpose", nach der der US-Geheimdienst von einer Attacke gewusst habe, diese aber nicht verhinderte, erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Auch Castros Behauptung, das Pentagon sei nicht von einem Flugzeug, sondern von einer Rakete getroffen worden, gehört zu den gängigen Verschwörungsmythen. Das Loch im Pentagon sei viel zu klein für einen Flugzeugaufprall, behaupten Verschwörungstheoretiker.

Tatsächlich entführten am 11. September 2001 islamistische Selbstmordattentäter vier US-Passagierflugzeuge. Zwei Maschinen lenkten sie in die Türme des World Trade Center in New York und eines in das Pentagon. Die vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab. Bei den Anschlägen starben rund 3000 Menschen.

Fidel Castro, der seit mehr als einem Jahr nicht mehr öffentlich aufgetreten ist, schrieb in dem Text außerdem, er habe 1984 mit einem Hinweis an die US-Behörden ein Attentat auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan verhindert.

anr/hen/Reuters/AP



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