9/11-Kommission
Saddam und Bin Laden waren nie Partner
Die These der Bush-Regierung von der jahrzehntelangen Kooperation zwischen Saddam Hussein und der al-Qaida hat sich in Luft aufgelöst. Damit ist US-Präsident George W. Bush von der Untersuchungskommission zu den Anschlägen vom 11. September 2001 eines weiteren zentralen Arguments für den Krieg im Irak beraubt worden.
Washington - Qaida-Gründer Osama Bin Laden hat zwar mehrmals die Möglichkeit einer Kooperation mit dem irakischen Despoten Saddam Hussein ausgelotet, zu einer Zusammenarbeit ist es aber nach Ansicht der Untersuchungskommission nie gekommen. Der Irak, heißt es in dem Bericht stattdessen, habe auf die Avancen des Top-Terroristen, "offenbar nie reagiert".
Dieses Ergebnis entwertet eines der zentralen Argumente, mit denen US-Präsident George W. Bush und seine Regierung den Feldzug gegen Saddam Hussein begründet haben. Noch in dieser Woche hatte Vizepräsident Dick Cheney beteuert, al-Qaida und Saddam hätten "vor langem aufgebaute Beziehungen" gehabt. Bush hatte die Anwesenheit des Bin-Laden-Vertrauten Abu Mussab al-Sarkawi im Irak stets als Indiz einer Partnerschaft des Terrornetzwerks und des Tyrannen gewertet.
In dem Untersuchungsbericht heißt es nun dagegen ausdrücklich: "Wir haben
keine glaubhaften Hinweise darauf, dass der Irak und al-Qaida bei Angriffen auf die USA kooperiert haben." Auch habe die
Untersuchung ergeben, dass al-Qaida vor dem 11. September 2001
praktisch von keiner Regierung finanziell unterstützt worden
sei. Einzige Ausnahme sei eine begrenzte Hilfe der
radikal-islamischen Taliban-Regierung in Afghanistan für al-Qaida gewesen. Zudem hätten sich in Saudi-Arabien für die Gruppe
gute Finanzierungsquellen aufgetan. Die vermeintliche Unterstützung der al-Qaida ist ein Kriterium der US-Regierung für die Kategorisierung von Staaten als "Schurkenstaaten".
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