Trump über Außenminister Tillerson "Ich bin der Einzige, auf den es ankommt"

Eine Jobgarantie klingt anders. "Wir werden sehen", antwortete US-Präsident Trump auf die Frage, ob Rex Tillerson die ganze Amtszeit über Außenminister bleibe. "Der, der zählt, bin ich."

Trump (r.) und US-Außenminister Tillerson (Archivaufnahme)
AP

Trump (r.) und US-Außenminister Tillerson (Archivaufnahme)


Auf seiner elftägigen Asienreise darf Rex Tillerson den US-Präsidenten begleiten. Dass das aber kein Vertrauensbeweis für seinen Außenminister ist, stellte Donald Trump jetzt in einem Interview klar. Er sei nicht sicher, ob er Tillerson die ganze Amtszeit über auf dem Posten belasse, sagte Trump dem Sender Fox News.

"Wir werden sehen, ich weiß es nicht", antwortete Trump auf eine entsprechende Frage. Er sei nicht glücklich darüber, dass einige im Außenministerium seine Politik nicht unterstützten, beklagte sich der US-Präsident. "Der, der zählt, bin ich", sagte Trump gewohnt selbstbewusst. "Ich bin der einzige, auf den es ankommt, denn am Ende bestimme ich die Politik."

Die Spannungen zwischen Trump und dem früheren Ölmanager Tillerson waren im Oktober erneut deutlich geworden. Damals tauchten Berichte auf, wonach Tillerson den Präsidenten als Idioten beschimpft und im Sommer den Rücktritt erwogen habe. Die beiden Politiker vertreten bei zahlreichen außenpolitischen Themen völlig unterschiedliche Positionen, unter anderem im Atomkonflikt mit Nordkorea.

Angebliche Erinnerungslücken bei der Russland-Affäre

Kurz vor dem Abflug zu seiner Asienreise äußerte Trump sich auch zur Russland-Affäre, die ihm immer mehr zusetzt: Die Inhalte eines Treffens seines Wahlkampfteams im März 2016, an dem unter anderem der vom FBI der Lüge überführte Trump-Berater George Papadopoulos teilgenommen hatte, seien ihm nicht mehr bewusst: "Ich kann mich nicht mehr an besonders viel erinnern", behauptete Trump. Das Treffen sei lange her.

Aus Gerichtsunterlagen geht unter anderem hervor, dass Papadopoulos bei der Unterredung ein Treffen Trumps mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeschlagen hatte. Die Dokumente zeigen zudem, dass Papadopoulos aus dem Trump-Team den Auftrag zu einer Reise nach Russland erhalten hatte. Diese fand aber nie statt. Der Auftraggeber zog inzwischen seine Bewerbung für ein Regierungsamt zurück.

Der US-Sender CNN berichtete am Freitag, dass auch Trump-Schwiegersohn und Präsidentenberater Jared Kushner mehr und mehr ins Visier der FBI-Ermittler rückt. Kushner habe in den vergangenen Wochen Unterlagen an das Büro von Sonderermittler Robert Mueller übergeben. Insbesondere soll Kushners Rolle bei der Entlassung von FBI-Chef James Comey beleuchtet werden.

als/Reuters/dpa

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