Abtrünnige Kaukasus-Republik Russland baut Kontrolle über Abchasien aus

Nur vier Länder haben Abchasien als unabhängigen Staat anerkannt. Das hindert Wladimir Putin nicht daran, ein Abkommen mit der Führung der Kaukasus-Region zu schließen.

Präsidenten Chadschimba (l.) und Putin: Georgien reagiert erbost
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Präsidenten Chadschimba (l.) und Putin: Georgien reagiert erbost


Sotschi - Russland festigt seine Stellung aus Schutzmacht der von Georgien abtrünnigen Kaukasus-Region Abchasien. Kreml-Chef Wladimir Putin und der abchasische Präsident Raul Chadschimba, haben dazu in Sotschi Verträge über eine strategische Partnerschaft in Schlüsselbereichen wie Verkehr und Verteidigung unterzeichnet. Die ukrainische Regierung hat scharf gegen den Schritt protestiert.

Im Jahr 2008 hatten Russland und Georgien wegen der abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien Krieg geführt. Anschließend hatte Moskau beide Republiken offiziell als unabhängige Staaten anerkannt. Die Kaukasus-Gebiete sind stark vom Kreml abhängig.

Das Abkommen vom Montag sieht vor, dass Russland knapp 90 Millionen Euro an die abchasische Führung überweist. Außerdem verpflichtet sich Moskau zum Schutz der Grenze zwischen Abchasien und Georgien. Völkerrechtlich ist diese Grenze nicht anerkannt. Außerdem will sich Putin dafür stark machen, dass Abchasien von weiteren Ländern auf der Welt als unabhängiger Staat anerkannt wird. Bislang haben das erst vier Uno-Staaten getan: Neben Russland sind das Nicaragua, Venezuela und Nauru.

Georgien fürchtet Annexion Abchasiens

Die 240.000 Einwohner Abchasiens sollen künftig auch leichter die russische Staatsbürgerschaft erhalten können. Pläne, die Region nach dem Vorbild der Krim zu annektieren, hat die russische Regierung nach eigenen Angaben bislang nicht.

Georgiens Präsident Giorgi Margwelaschwili nannte das Abkommen "absurd und unlogisch". Seine Außenministerin Tamar Beruchaschwili rief die internationale Gemeinschaft auf, die Verträge zu verurteilen. "Die Unterschriften unter diesem Dokument verschlechtern die Sicherheit in den besetzten georgischen Gebieten allgemein in Europa", warnte die Ministerin.

Russland dürfte das kaum beeindrucken. Die Regierung in Tiflis rechnet damit, dass Putin schon bald ein ähnliches Abkommen mit der Führung des abtrünnigen Südossetien treffen könnte.

syd/dpa/Reuters



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