Kurdenführer in Haft Öcalan trifft erstmals seit 2011 seine Verteidiger

Vor 20 Jahren wurde Kurdenführer Abdullah Öcalan festgenommen. Seitdem verbüßt er seine Haftstrafe in der Türkei in fast völliger Isolation. Nun durfte er nach langer Zeit mit seinen Anwälten sprechen.

Abdullah Öcalan (Archivbild von Juni 1999)
DPA

Abdullah Öcalan (Archivbild von Juni 1999)


Der inhaftierte Kurdenführer Abdullah Öcalan hat zum ersten Mal seit 2011 seine Anwälte getroffen. Das Gespräch mit seinen beiden Verteidigern am vergangenen Donnerstag habe etwa eine Stunde gedauert, sagte einer der Anwälte, Rezan Sarica.

Der Gründer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbüßt seit 20 Jahren in fast völliger Isolation auf der Gefängnisinsel Imrali nahe Istanbul eine lebenslange Freiheitsstrafe. Öcalan war 1999 festgenommen und wegen Hochverrats zum Tode verurteilt worden. 2002 wurde seine Strafe in lebenslange Haft umgewandelt.

Öcalan hatte die PKK 1978 mitgegründet, um Autonomie für die Kurden in der Türkei zu erringen. 1984 nahm die PKK den bewaffneten Kampf für einen unabhängigen Kurdenstaat auf. In der Folge wurden mehr als 40.000 Menschen getötet. Die türkische Regierung und ihre westlichen Verbündeten betrachten die PKK als Terrororganisation.

Nach dem versuchten Militärputsch im Juli 2016 in der Türkei hatte die Regierung alle Besuche bei Öcalan auf Imrali verboten. Erst nachdem die Abgeordnete Leyla Güven von der prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP) und mehr als 300 weitere Häftlinge aus Protest gegen Öcalans Isolation in den Hungerstreik getreten waren, durfte dessen Bruder Mehmet ihn Mitte Januar besuchen.

cte/AFP



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