Abdulmutallab-Aussagen Detroit-Attentäter prahlte mit Truppe von Terrorbombern

Er ist offenbar nicht allein: Der Nigerianer Abdulmutallab, der Weihnachten ein Flugzeug mit 290 Menschen an Bord in die Luft sprengen wollte, sorgt für neue Aufregung. Er gibt einem TV-Bericht zufolge damit an, dass im Jemen rund 20 weitere Personen für Terroranschläge auf Jets ausgebildet wurden.


Fotostrecke

17  Bilder
Vereitelter Anschlag auf US-Flugzeug: Aufregung in Detroit

Washington - Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab hatte laut dem US-Sender CBS rund 20 Mitstreiter, die ebenfalls im Jemen für Terroranschläge auf Flugzeuge ausgebildet worden seien. Dem Bericht zufolge hat Abdulmutallab nach Angaben des britischen Geheimdienstes damit geprahlt, "dass fast 20 weitere junge muslimische Männer im Jemen zur Anwendung derselben Technik zur Sprengung von Flugzeugen ausgebildet" worden seien.

Der 23-jährige Nigerianer war am Freitag vor Gericht zu den gegen ihn vorgebrachten Vorwürfen befragt worden und hatte auf nicht schuldig plädiert. Die US-Sicherheitsbehörden machten keine inhaltlichen Angaben zu Abdulmutallabs Verhören. Sie teilten lediglich mit, dass er "nützliche" Informationen liefere. Abdulmutallab muss sich in sechs Anklagepunkten verantworten, darunter versuchter Mord und versuchter Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe. Ihm droht lebenslange Haft.

Abdulmutallabs Pflichtverteidigerin Miriam Siefer sagte während der kurzen Anhörung, "zum derzeitigen Zeitpunkt" plädiere ihr Mandant in allen sechs Punkten auf nicht schuldig. Er beantrage jedoch keine bedingte Haftentlassung, sondern akzeptiere seine Inhaftierung bis zum Prozessbeginn.

Ex-CIA-Chef soll Versäumnisse aufklären

Der Angeklagte hatte am 25. Dezember an Bord eines in Amsterdam gestarteten Flugzeugs mit 290 Menschen an Bord versucht, beim Landeanflug auf Detroit einen Sprengsatz zu zünden. Das Vorhaben misslang und der Nigerianer wurde von Passagieren und Besatzungsmitgliedern überwältigt.

US-Präsident Barack Obama hatte den Anschlagsversuch als schweres Versagen der Geheimdienste kritisiert. Abdulmutallabs extremistische Ansichten waren bekannt, sein Vater hatte sogar der US-Botschaft in Nigeria Warnhinweise gegeben.

Mit der Prüfung der Versäumnisse der Sicherheitsbehörden beauftragte US-Geheimdienstchef Dennis Blair am Freitag den früheren CIA-Chef John McLaughlin. Außer den vereitelten Anschlag vom 25. Dezember solle McLaughlin mit einer kleinen Gruppe nationaler Sicherheitsexperten auch die Schießerei auf dem US-Stützpunkt Fort Hood Anfang November untersuchen, erklärte Blair in Washington.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

McLaughlin, der der CIA 2004 kurzzeitig vorstand und vorher ihr Vizechef war, sei "besonders gut qualifiziert, um eine unabhängige Überprüfung in diesem Bereich zu leiten und ehrliche, konstruktive Beratung zur Verbesserung unserer künftigen Leistungen anzubieten", erklärte Blair.

Bereits bei dem Vorfall im Fort Hood waren Sicherheitsmängel offenbar geworden. Auf dem größten Truppenstützpunkt in den USA hatte ein 39-jähriger palästinensischstämmiger Major um sich geschossen und dabei 13 Menschen getötet und 42 weitere verletzt. Sowohl der Täter von Fort Hood als auch Abdulmutallab sollen von dem im Jemen lebenden radikalen islamischen Geistlichen Anwar al-Awlaki beeinflusst worden sein.

Nach Abdulmutallabs Anschlagsversuch waren die Sicherheitsvorkehrungen in den USA verschärft worden - auch in anderen Ländern wie Deutschland wird darüber diskutiert. Im Mittelpunkt steht dabei der Einsatz sogenannter Nacktscanner.

Die Sorge vor neuen Anschlagsversuchen ist groß: Am Freitag eskortierten Jagdflieger der US-Luftwaffe sicherheitshalber ein in Atlanta gestartetes US-Flugzeug. An Bord der Maschine habe sich ein "undisziplinierter" Passagier befunden, erklärte das Nordamerikanische Kommando für Luftraumverteidigung (Norad).

böl/AFP

insgesamt 1921 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Sapientia, 27.12.2009
1. Dass die Amis beknackt sind,...
ist ja allgemein bekannt. Die Beknacktesten jedoch empfinden es bereits als Auszeichnung in Uniform die dicke Hose bei der Immigration und dergleichen zu geben. Die werden jetzt wieder eine Hochzeit erleben - insofern liegen Sie auch richtig.
archelys, 27.12.2009
2. es stinkt
Zitat von sysopNach dem gescheiterten Attentat auf Flug 253 stellen sich neue Fragen nach den Sichherheitsrichtlinien im Flugverkehr. Müssen strengere Kontrollen eingeführt werden?
Ich halte auch das für eine inszenierte Geschichte, damit "ahnungslose" Rundfunk-,Fernsehen- und Zeitungsredakteure ihren Hörern und Lesern etwas Neues über die "permanente Terrorgefahr" berichten können.
Andreas58 27.12.2009
3. Flüssigsprengstoff
Nach Abgabe aller Flüssigkeiten, kann man sich dann nach dem einchecken alle Flüssigkeiten der Welt über diverse Läden auf jedem Airport beschaffen. Seit dieser Maßnahme kann ich nur noch über das Gelaber feixen. Es ist alles nur ein Fake, ich glaube "denen" kein Wort, weder Vogelgrippe, Afghanistan oder Umweltmärchen.
maan, 27.12.2009
4. Die spinnen, die Amis ...
Zitat von sysopNach dem gescheiterten Attentat auf Flug 253 stellen sich neue Fragen nach den Sichherheitsrichtlinien im Flugverkehr. Müssen strengere Kontrollen eingeführt werden?
Manchmal scheint es, als hielten die Amis den Rest der Welt für ziemlich bekloppt. Tatsächlich frage ich mich, ob nicht zumindest die amerikanische Administration (nicht jeder Ami!) reichlich autistisch und geistig beschränkt agiert. Wem immer, wann immer, das möglich ist, sollte die USA weiträumig umfliegen. Leider kenne ich nicht den Stellenwert des Tourismus in den USA. Wäre ja zumindest ein deutliches Signal, wenn der spürbar zurückginge! Geschäftliche und wissenschaftliche Kontakte lassen sich sicher auch ohne Treffen in den USA pflegen.
Querkopf_9 27.12.2009
5. Während des Anfluges?
Wird den überhaupt nicht mehr vernünftig recherchiert oder wird einfach alles von der schreibenden Zunft übernommen was ihnen vorgesetzt wird? Ich vermisse das "Hinterfragen"! Wieso in aller Welt hat er die Maschine nicht hoch über den Wolken zur Explosion gebracht? Wieso beim Landeanflug? Macht keinen Sinn! Wenn man mal bedenkt welch Meisterstück die Quaida am 11.9 vollbracht hat und was dannach an Dillentatismus geboten wurde komme ich echt ins Grübeln? Spiegel Redakteure scheinbar nicht!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.