Abramoff-Affäre Mitarbeiter der US-Regierung schuldig gesprochen

Ein ehemaliger Stabschef der US-Regierung ist im Korruptions-Skandal um den Lobbyisten Jack Abramoff schuldig gesprochen worden. David Safavian drohen 20 Jahre Gefängnis.


Washington - Eine Jury in Washington befand David Safavian, ehemals Stabschef in der Beschaffungsbehörde General Services Administration (GSA), am Dienstag in vier Anklagepunkten für schuldig, über seine Kontakte zu Jack Abramoff gelogen und die Justiz bei der Ermittlung dieser Kontakte behindert zu haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Safavian drohen bis zu 20 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250.000 Dollar (knapp 200.000 Euro). Die Strafe soll erst im Oktober verkündet werden.

Die GSA ist unter anderem dafür zuständig, anderen Bundesbehörden Büroräume und Transportmöglichkeiten zu verschaffen. Die Ermittlungen zu den Kontakten zwischen Safavian und dem einst einflussreichen Lobbyisten konzentrierten sich auf die Bestrebungen Abramoffs, von der GSA kontrollierte Immobilien in der Hauptstadtregion zu erwerben. Safavian war auch einer der Regierungsmitarbeiter, die im August 2002 an einer von Abramoff bestrittenen Reise zum Golfen nach Schottland teilgenommen hatten.

Abramoff war bereits Ende März von einem Gericht in Miami wegen Betrugs zu fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er wurde allerdings noch nicht ins Gefängnis geschickt, da er mit der Staatsanwaltschaft in den Ermittlungen zu Korruptionsvorwürfen kooperiert, von denen bis zu 20 Mitglieder des Kongresses betroffen sein könnten, die meisten von ihnen Republikaner. Der Skandal hat das Potenzial, der Partei von Präsident George W. Bush bei den Kongresswahlen im November zu schaden. Die oppositionellen Demokraten führen an, Abramoff habe früher mehr als 100.000 Dollar an Spendengeldern für Bush gesammelt.

agö/AFP



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