Abrüstungsgespräche Nordkorea will Atompläne nicht gegen Hilfe eintauschen

Nordkorea bleibt eisern auf Atomkurs. Die Regierung des kommunistischen Lands erklärte, es werde seine Nuklearwaffen nicht gegen "belanglose Wirtschaftshilfe eintauschen". Nur "Narren" glaubten an diese Lösung. Denn dem Land drohe Gefahr durch die USA.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Il: Festhalten am Atomprogramm
REUTERS/KCNA

Nordkoreas Diktator Kim Jong Il: Festhalten am Atomprogramm


Seoul - Mit markigen Worten hat Nordkorea die Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch bei den Abrüstungsverhandlungen zunichte gemacht. "Nur Narren geben sich dem Irrglauben hin, das wir unsere nukleare Abschreckung gegen belanglose Wirtschaftshilfe eintauschen", erklärte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag.

Für seine rigide Haltung machte das Regime die USA verantwortlich: Solange die dortige Regierung nicht ihre "feindliche Politik und ihre nuklearen Drohungen" aufgebe, werde Nordkorea auch an seinen Atomwaffen festhalten. Der Staat habe zu seiner eigenen Verteidigung Nuklearwaffen entwickelt, und "nicht, um irgendjemanden zu bedrohen oder wirtschaftliche Begünstigungen zu erhalten", erklärte die Agentur.

Zuletzt hatte das Land Bereitschaft signalisiert, die seit April vergangenen Jahres unterbrochenen Verhandlungen über sein Atomprogramm wieder aufzunehmen. Das Regime fordert jedoch, dass die Uno zuvor Sanktionen gegen Nordkorea aufhebt. Um Bewegung in die festgefahrene Situation zu bringen, stellte China Milliarden-Investitionen in Aussicht. An den Sechs-Parteien-Gesprächen sind neben Nord- und Südkorea auch China, Japan, die USA und Russland beteiligt. Ziel ist, das bitterarme Nordkorea dazu zu bewegen, im Gegenzug für internationale Hilfe sein Atomprogramm einzustellen.

Nordkorea erklärt Seegebiete zu Kampfzonen

Inzwischen drohen aber bereits neue Provokationen durch das nordkoreanische Regime. Denn es hat mehrere Seegebiete vor der Küste des Landes zu Kampfzonen erklärt - darunter auch zwei nahe der Grenze zu Südkorea, wie das südkoreanische Militär mitteilte. Die Gebiete im Gelben und Japanischen Meer sollen von Samstag bis Montag für den Schiffsverkehr gesperrt werden.

In dem Grenzgebiet im Gelben Meer hatten sich Marineschiffe beider Staaten im November schwere Feuergefechte geliefert. Dabei war ein nordkoreanisches Patrouillenboot in Flammen aufgegangen. Ende Januar hatte Nordkorea in dem Gebiet Hunderte von Artilleriegeschossen ins Meer abgefeuert. Südkorea warf dem Nachbarland Provokation vor, Nordkorea sprach dagegen von Übungen.

mmq/AFP/dpa



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Seite 1
aat 23.10.2009
1.
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
War eine sinnvolle Verständigung mit Nordkorea jemals möglich ?
maan, 23.10.2009
2. Nordkorea gegen den Rest der Welt?
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
Erst dann, wenn sich China und Russland durch den Hasardeur selbst bedroht fühlen. Wichtig wäre es, China und Russland wegen der Unterstützung Nordkoreas in der Weltgemeinschaft zu ächten. Ohne Unterstützung hätte der Spuk schnell ein Ende.
Ghost12 23.10.2009
3. Tolle Ausgangsfrage
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
Nein. Die provozieren schon wieder mit ihrer Passivität. Direkt Bomben abwerfen. Für Frieden und Demokratie.
tao chatai 23.10.2009
4.
Zitat von aatWar eine sinnvolle Verständigung mit Nordkorea jemals möglich ?
Na klar,vor dem ersten Ueberfall durch die USA,etwa 1864(ohne zu googeln)
Andreas Henn, 23.10.2009
5.
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
Mit Nodkorea schon, warum auch nicht? Mit dem aktuellen Regime, nein, wie denn auch?
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