Abu Abbas US-Kommando fasst Terrorchef im Irak

Der mutmaßliche Drahtzieher bei der Entführung des Kreuzfahrtschiffs "Achille Lauro", Abu Abbas, ist im Irak von US-Spezialtruppen verhaftet worden. Der Chef der Palästinensischen Befreiungsfront (PLF) soll möglicherweise versucht haben, sich nach Syrien abzusetzen.



Washington - Der CNN-Reporter David Ensor teilte mit, Abu Abbas sei von US-Spezialeinheiten bei einer Razzia nach Geheimdiensthinweisen in einem Außenbezirk im Süden Bagdads festgenommen worden und befinde sich im Gewahrsam der US-Streitkräfte. Das US-Oberkommando hat die Verhaftung Abu Abbas, der zwischen 55 und 62 Jahre alt sein soll, inzwischen bestätigt. Abbas habe möglicherweise vergeblich versucht, sich nach Syrien abzusetzen, berichtet CNN.

Auch einige der Vertrauten von Abu Abbas seien in Bagdad gefasst worden, hieß es weiter. Die Spezialtruppen hätten Waffen und Dokumente beschlagnahmt. Das amerikanische Außenministerium hatte bereits in der Vergangenheit behauptet, das irakische Regime habe die PLF unterstützt.

Die PLF wird für die Kaperung des italienischen Kreuzfahrtschiffes im Mittelmeer 1985 verantwortlich gemacht. Das Schiff war auf dem Weg von Ägypten nach Israel. Bei der Entführung kam ein behinderter US-Bürger ums Leben. Leon Klinghoffer wurde wegen seiner jüdischen Herkunft in seinem Rollstuhl erschossen und über Bord geworfen.

Damals ergaben sich die Entführer schließlich den ägyptischen Behörden. Diese ließen die Terroristen nach Tunesien ausfliegen. Doch US-Militärjets zwangen das Flugzeug seinerzeit zur Landung in Sizilien. Dort ließen italienische Behörden Abu Abbas laufen - aus Mangel an Beweisen. Im Juni 1986 wurde der Terrorist von einem italienischen Gericht als Planer der Entführung in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Er tauchte jedoch nicht wieder auf.

"Er entkam uns, und seitdem haben wir ihn gejagt", sagte jetzt Vince Cannistraro, ehemaliger Chef der Terrorismusbekämpfung der CIA. "Jetzt haben wir eine alte Rechnung beglichen."

In den neunziger Jahren wurde Bagdad, weitgehend außer Reichweite westlicher Sicherheitskräfte gelegen, zum Zufluchtsort für Abu Abbas und auch Abu Nidal, einen anderen weltweit gesuchten Terroristen. Im vergangenen Jahr kam Nidal in Bagdad ums Leben. Selbstmord, sagten die irakischen Behörden. Seine Anhänger glauben indes, die Iraker hätten Nidal getötet.

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