Reaktionen "Die Welt wird Baghdadi nicht vermissen"

Der Tod des IS-Anführers Abu Bakr al-Baghdadi wird in der westlichen Welt mit Erleichterung aufgenommen. Besonders deutliche Worte fand der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Recep Tayyip Erdogan über den Tod des IS-Anführers Abu Bakr Al-Baghdadi: "Haben den teuersten Preis bezahlt"
Turkish Presidential Press Service/DPA

Recep Tayyip Erdogan über den Tod des IS-Anführers Abu Bakr Al-Baghdadi: "Haben den teuersten Preis bezahlt"


Politiker auf der ganzen Welt haben den Tod des Terroristen Abu Bakr al-Baghdadi begrüßt. Der selbst ernannte Kalif des "Islamischen Staats" (IS) hatte sich bei einem Zugriff des US-Militärs in der Nacht zum Sonntag selbst getötet. US-Präsident Donald Trump sagte, Baghdadi sei "auf der Flucht und weinend", "wie ein Hund gestorben, als Feigling".

Lob gab es auch vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. "Der Tod des Daesh-Anführers markiert einen Wendepunkt in unserem gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus", schrieb Erdogan auf Twitter. Sein Land habe den "teuersten Preis" im Kampf gegen den IS, aber auch gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK und die Kurdenmiliz YPG gezahlt.

Die Türkei begrüße deshalb die Entwicklung, hieß es. PKK und YPG werden von der Türkei wie der IS als Terrororganisationen eingestuft.

Auch Israel begrüßte den Tod Baghdadis. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte nach Angaben seines Büros: "Ich möchte dem Präsidenten Trump zu dem beeindruckenden Erfolg gratulieren, der zur Tötung des IS-Chefs Baghdadi führte."

Frankreichs Emmanuel Macron: "Nur eine Etappe"

Großbritanniens Premier Boris Johnson nannte die Operation einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Terrorismus. Der Einsatz gegen den IS sei damit aber noch nicht zu Ende. "Wir werden mit unseren Partnern zusammenarbeiten, um die mörderischen, barbarischen Aktivitäten des IS ein für alle Mal zu beenden." Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace erklärte: "Die Welt wird Baghdadi nicht vermissen."

"Der Tod Al-Baghdadis ist ein harter Schlag, der gegen Daesh ausgeführt wurde, doch das ist nur eine Etappe", sagte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron. Den IS zu besiegen, sei die höchste Priorität Frankreichs im Mittleren Osten.

Iranischer Informationsminister: "Keine große Sache"

Vom russischen Verteidigungsministerium gab es dagegen zunächst nur zurückhaltende Äußerungen zum Tod Baghdadis. Dem Ministerium lägen keine gesicherten Informationen über die US-Operation vor, hieß es. Zudem sei der Kampf gegen den Terrorismus schwieriger als die Zerstörung von Anführern.

Der iranische Informationsminister Mohammad Javad Azari-Jahromi bezeichnete den Tod Baghdadis dagegen als "keine große Sache". "Ihr habt nur eure eigene Kreatur getötet", so der Minister. Iran wirft seinem Erzfeind USA seit Langem vor, den IS in der Region etabliert zu haben.

Baghdadi wurde nach Angaben von US-Präsident Donald Trump in der Nacht zum Sonntag von Spezialkräften im Nordwesten Syriens getötet. Baghdadi sei dabei in einen Tunnel geflüchtet und habe eine Sprengstoffweste gezündet.

Trump hatte sich bei Russland, der Türkei, Syrien, dem Irak und den syrischen Kurden für deren Unterstützung bedankt. Bei dem Einsatz wurden demnach auch von Russland und der Türkei kontrollierte Gegenden überflogen.

fek/dpa



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