Abu-Ghuraib-Skandal Neues Verfahren gegen Lynndie England

Anfang Mai war der Prozess gegen die US-Soldatin Lynndie England wegen des Folterskandals von Abu Ghuraib geplatzt. Jetzt steht fest: Ab der kommenden Woche wird das Verfahren neu aufgerollt.


Lynndie England vor dem Gerichtsgebäude in Fort Hood: Das Verfahren wird neu aufgerollt
REUTERS

Lynndie England vor dem Gerichtsgebäude in Fort Hood: Das Verfahren wird neu aufgerollt

Fort Hood - Wie das US-Heer in Fort Hood in Texas am Donnerstag mitteilte, beginnt die Anhörung am Dienstag. Der Prozess muss noch einmal komplett neu aufgerollt werden, weil der zuständige Militärrichter das strafmildernde Schuldeingeständnis Englands im ersten Verfahren zu Beginn des Monats zurückgewiesen hatte.

Nach Militärrecht kann ein Richter das Schuldeingeständnis nur dann akzeptieren, wenn die Angeklagte zum Tatzeitpunkt wusste, dass sie etwas Illegales tat. Daran zweifelte der Richter aber nach einer Aussage des mutmaßlichen Anführers in dem Folterskandal, Charles Graner.

Graner hatte ausgesagt, drei von ihm gemachte Fotos, auf denen England einen nackten irakischen Gefangenen an einer Leine hält, hätten als legitimes Unterrichtsmaterial für andere Wachleute dienen sollen. England erklärte dagegen am Montag, sie habe damals gewusst, dass die Fotos ausschließlich zur Belustigung des Wachpersonals in dem Bagdader Gefängnis dienen sollten.

Die erste Anhörung gegen England fand im August vergangenen Jahres in Fort Bragg in North Carolina statt. Sie führte zu der zuletzt gescheiterten Anklage.



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