"Achse des Bösen" Bushs rhetorische Kriegsvorbereitung

Die amerikanische Regierung schlägt einen neuen Tonfall an. Im Zusammenhang mit Terrorismus wird nicht länger nur davon gesprochen, Anschläge zu verhindern. Das Weiße Haus bereitet den Weg für einen Krieg.


Washington - Die USA schließen im Kampf gegen den Terrorismus Präventivschläge nicht aus. Mit der Verbreitung chemischer, biologischer und nuklearer Waffen könnten die Feinde der Freiheit katastrophale Macht erlangen, sagte US-Präsident George W. Bush am Montag bei einem Treffen mit konservativen Politikern im Weißen Haus. "Und zweifellos würden sie diese Macht einsetzen, um uns anzugreifen", sagte Bush und fügte hinzu: "Wir werden die neuen totalitären Kräfte mit all unserer Macht bekämpfen."

Auch US-Vizepräsident Dick Cheney unterstrich die Notwendigkeit einer Erstschlagspolitik. "Wir werden nicht warten, bis es zu spät ist", sagte Cheney.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat Irak mit scharfen Worten attackiert. Er beschuldigte das Land erneut, Massenvernichtungswaffen zu entwickeln. Die anders lautenden Erklärungen aus dem Irak seien eine Lüge, sagte Rumsfeld am Montag vor US-Soldaten in Bahrain. Den irakischen Staatschef Saddam Hussein bezeichnete er als "Weltklasse-Lügner".

Rumsfeld reagierte mit seiner Anschuldigung auf eine Erklärung Bagdads vom Wochenende, wonach der Irak keine Massenvernichtungswaffen besitzt und sich auch nicht bemüht, in den Besitz solcher zu kommen. "Das ist falsch, unwahr, nicht zutreffend und typisch", hatte Rumsfeld bereits zuvor auf einer Pressekonferenz in Kuweit erklärt. Der Irak habe ein Programm zur Entwicklung von Atomwaffen gehabt, biologische Waffen entwickelt und außerdem in den achtziger Jahren chemische Waffen gegen die kurdische Bevölkerung eingesetzt.



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