Unruheprovinz Xinjiang Chinesisches Gericht verurteilt acht Uiguren zum Tode

Acht Menschen sollen für zwei gewaltsame Attacken mit mehreren Toten in der westchinesischen Provinz Xinjiang hauptverantwortlich sein. Ein Gericht hat die Angeklagten zum Tode verurteilt.


Peking - Ein chinesisches Gericht hat in der Unruheprovinz Xinjiang acht Menschen zum Tode verurteilt, wie der staatliche Fernsehsender CCTV berichtet. Sie wurden für zwei gewaltsame Anschläge verantwortlich gemacht, bei denen im Frühjahr mehr als 40 Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden. Fünf weitere Angeklagte erhielten Todesstrafen auf Bewährung, was in der Regel lebenslange Haft bedeutet, vier wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.

In Urumqi starben im April drei Menschen bei einem gewaltsamen Anschlag auf den Bahnhof der Regionalhauptstadt. 79 weitere wurden verletzt. Der Angriff erfolgte während eines Besuchs von Präsident Xi Jinping in der Region. Etwa drei Wochen später wurden mehr als 30 Menschen bei einer Explosion auf einem Markt getötet, mehr als 90 wurden verletzt. Bei den Attacken starben auch mehrere Angreifer.

Xinjiang gilt neben Tibet als der größte Krisenherd der Volksrepublik und ist häufiger Schauplatz von Anschlägen. Die westchinesische Provinz ist Heimat der muslimischen Minderheit der Uiguren. Sie fühlen sich kulturell, sozial und wirtschaftlich benachteiligt und durch die systematische Ansiedlung von ethnischen Han-Chinesen an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Chinesische Behörden sehen hinter den Anschlägen meist radikale Gruppierungen, die für die Unabhängigkeit der Region kämpfen.

Die Volksrepublik China gilt als Land mit den meisten Hinrichtungen weltweit. Im vergangenen Jahr wurden in dem Vielvölkerstaat etwa 2.400 Menschen hingerichtet.

kry/AFP



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