Grenze zu Syrien Neun Tote bei Bombenanschlag in der Türkei

Ein Bombenanschlag erschüttert die Türkei: Bei der Explosion nahe der syrischen Grenze sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, Dutzende wurden verletzt. Die Behörden machen die PKK für das Attentat verantwortlich.
Stadtbus in Gaziantep: Schwere Detonation nahe einer Polizeiwache

Stadtbus in Gaziantep: Schwere Detonation nahe einer Polizeiwache

Foto: AFP

Ankara - Das Attentat ereignete sich nahe der türkischen Grenze zu Syrien: Bei einem Bombenanschlag sind in der türkischen Stadt Gaziantep am Montag mindestens neun Menschen getötet und etwa 60 weitere verletzt worden. Ein mit Sprengstoff präpariertes Fahrzeug sei am Abend im Zentrum der Stadt im kurdisch dominierten Südosten des Landes explodiert, sagte Bürgermeister Asim Güzelbey im türkischen Fernsehen. Bei der schweren Detonation nahe einer Polizeiwache seien mehrere Autos und ein Stadtbus in Flammen aufgegangen. Drei Insassen des Busses seien unter den Opfern.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag nahe der türkischen Grenze zu Syrien, wo Zehntausende Zuflucht vor dem syrischen Bürgerkrieg gesucht haben. In den vergangenen Wochen kam es in der Region immer wieder zu Zusammenstößen zwischen kurdischen Rebellen und türkischen Sicherheitskräften.

Die Behörden machen die in der Türkei verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für das Attentat verantwortlich. Die mehrheitlich von Kurden bewohnte Region ist eine Hochburg der PKK, die seit 1984 gegen die Regierung in Ankara kämpft. Erst in der vergangenen Woche war der türkische Abgeordnete Hüseyin Aygün nach seiner Entführung durch die PKK wieder freigelassen worden.

Die Regierung in Ankara hat das Regime in Damaskus und die iranische Führung beschuldigt, die PKK zu unterstützen. Die türkische Regierung will verhindern, dass die PKK den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien nutzt, um dort dauerhaft von Kurden bewohnte Gebiete unter ihre Kontrolle zu bringen.

Der Konflikt zwischen türkischen Sicherheitskräften und kurdischen Rebellen hatte sich in den vergangenen Wochen wieder verschärft. Die PKK hat mehrfach türkische Sicherheitskräfte angegriffen. Die türkische Armee hatte Ende Juli eine Boden- und Luftoffensive gegen Stützpunkte der PKK gestartet. Bei dem Konflikt mit der PKK wurden seit 1984 mehr als 45.000 Menschen getötet.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der achtziger Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat.

bos/heb/dpa/AFP/dapd
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