"Admiral Graf Spee" Uruguay muss Hakenkreuz-Bronzeadler von deutschem Panzerschiff verkaufen

Ein NS-Relikt eines 1939 untergegangenen Panzerschiffs beschäftigt seit Jahren die Justiz in Uruguay. Nun soll der Bronzeadler der "Admiral Graf Spee" auf dem freien Markt verkauft werden - inklusive Hakenkreuz.

Schweres Streitobjekt: Bergung des Adlers der "Admiral Graf Spee" 2006 in Uruguay
Marcelo Hernandez/AP/DPA

Schweres Streitobjekt: Bergung des Adlers der "Admiral Graf Spee" 2006 in Uruguay


Ein Gericht in Uruguay hat die Regierung angewiesen, einen vor 13 Jahren aus dem Atlantik geborgenen NS-Bronzeadler mit Eichenlaubkranz und Hakenkreuz zu verkaufen. Das Relikt, um das es seit Jahren einen Rechtsstreit gibt, stammt vom deutschen Kriegsschiff "Admiral Graf Spee", das 1939 vor der uruguayischen Küste gesunken war.

Dem Urteil zufolge muss das Verteidigungsministerium die Skulptur innerhalb von 90 Tagen zu Geld machen und die Hälfte der Einnahmen den Unterzeichnern des Bergungsvertrags überlassen. Die uruguayische Regierung kann gegen die Entscheidung noch Berufung einlegen.

Das Panzerschiff war im Dezember 1939 im Río de la Plata gesunken. Schwer beschädigt von britischen Kriegsschiffen hatte Kapitän Hans Langsdorff vor 80 Jahren angeordnet, die "Admiral Graf Spee" zu versenken, damit die moderne Marinetechnik nicht den Kriegsgegnern in die Hände falle. Die Matrosen setzten zuvor nach Argentinien über - viele blieben dort und gründeten Familien. Kapitän Langsdorff nahm sich das Leben.

Brennendes Panzerschiff: Die "Admiral Graf Spee" am 13. Dezember 1939 vor Uruguay
DPA

Brennendes Panzerschiff: Die "Admiral Graf Spee" am 13. Dezember 1939 vor Uruguay

Den 2,80 Meter hohen und 350 Kilogramm schweren Reichsadler vom Heck des Schiffes hatte 2006 der Unternehmer Alfredo Etchegaray bergen lassen. Er begrüßte die Gerichtsentscheidung. Die Regierung solle das Urteil annehmen und ihren Teil des Erlöses in das Bildungswesen oder die Marine des südamerikanischen Landes investieren, sagte er.

Die Bundesregierung hatte einen Verkauf des Adlers auf dem freien Markt stets zu verhindern versucht. Sie will nicht, dass die Bronzeskulptur für die Verherrlichung der NS-Herrschaft missbraucht wird und plädiert seit Langem dafür, das Relikt in einem Museum auszustellen.

mxw/dpa/AFP



insgesamt 34 Beiträge
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helmut_tholen 22.06.2019
1. Freier Markt
Niemand verbietet der Bundesregierung, den Adler zu kaufen und an ein Museum abzugeben. Aber so war das dann auch wieder nicht gemeint.
brux 22.06.2019
2. Hinweis
Der Artikel unterschlägt, dass das Teil immer noch im Besitz Deutschlands ist. Gesunkene Kriegsschiffe wechseln den Besitzer nicht. Ob man das Teil zurück haben will, ist natürlich eine andere Frage.
arr68 22.06.2019
3. brux,glauben Sie nicht,
wenn Deutschland ein Rechtsmittel gesehen hätte, hätten Sie es genutzt, wir haben reichlich Anwälte, auch im BT. Soll Deutschland doch Geld aus der Entwicklungshilfe oder dem Kulturfond nehmen und es ersteigern. Wird bestimmt nicht teurer alsne defekte Gorch Fock oder die Mautentschädigung und dann kanns ins Laboer Ehrenmal.
ted211 22.06.2019
4. Eigentum
Der Adler kann nur Eigentum Deutschlands sein, Urugay besitzt ihn.
P-Schrauber 22.06.2019
5. Das Schiffswappen sollte an den Eigentumsnachfolger zurück,
schon damit damit kein Unfug angestellt oder es Missbraucht wird der Kapitän hatte damals entgegen der Befehle die Mannschaft gerettet, das Schiff selbst versenken lassen und den Freitod gewählt. Mann könnte es der wehrtechnischen Sammlung in Mürwik geben oder nach Laboe?
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