"Adrian-Darya-1" Iranischer Tanker soll Öl in Syrien abgeliefert haben

Großbritannien geht davon aus, dass der iranische Öltanker "Adrian-Darya-1" entgegen anderslautender Behauptungen aus Teheran seine Ladung in Syrien abgeliefert hat.

Das Satellitenbild von Planet Labs Inc. zeigt den iranischen Öltanker «Adrian Darya-1» vor der Küste von Syrien
DPA

Das Satellitenbild von Planet Labs Inc. zeigt den iranischen Öltanker «Adrian Darya-1» vor der Küste von Syrien


Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der iranische Öltanker "Adrian-Darya-1" offenbar Kurs auf Syrien genommen hat. Das britische Außenministerium teilte nun mit, dass es davon ausgehe, dass "Adrian-Darya-1" in Syrien seine Ladung abgeliefert habe. Der iranische Botschafter sei ins Außenministerium einbestellt worden, hieß es in der Mitteilung.

"Der Verkauf von Öl an das brutale Regime Assads ist Teil eines Verhaltensmusters der iranischen Regierung, das die Sicherheit in der Region beeinträchtigen soll", sagte der britische Außenminister Dominic Raab laut der Mitteilung. Großbritannien werde das Thema auch bei den Vereinten Nationen zur Sprache bringen.

Iran ist wichtiger Verbündeter von Syrien

Das iranische Schiff war mehr als sechs Wochen lang in Gibraltar unter dem Vorwurf festgehalten worden, das EU-Embargo gegen Syrien zu unterlaufen. Das Oberste Gericht des britischen Überseegebiets an der Südspitze der iberischen Halbinsel gab den Tanker schließlich frei, nachdem sie aus Teheran Zusicherungen erhalten hatten, dass das Schiff seine 2,1 Millionen Barrel Öl nicht in Syrien löschen werde. Iran teilte wenige Tage später mit, sie hätten das Öl verkauft.

Danach bewegte sich das Schiff im östlichen Mittelmeer. Der Kapitän hatte zunächst angegeben, nach Griechenland fahren zu wollen. Später hieß es, es wolle Häfen in der Türkei ansteuern. Anfang dieser Woche schaltete der Tanker offenbar das Signal aus, mit dem er geortet werden kann. Zu diesem Zeitpunkt lag er rund 85 Kilometer vor der Küste des Libanons und Syriens. Zu seinem Zielort gab es keine Angaben.

Die USA haben alle Mittelmeerstaaten unter Druck gesetzt, dem Tanker keinen Ankerplatz zu gewähren. Sie versuchen im Konflikt mit Iran, dessen Ölexporte auf null zu bringen. Teheran ist im syrischen Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

höh/dpa

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