"Adrian Darya-1" Iranischer Tanker soll Syrien angesteuert haben

Seit Wochen ist der iranische Tanker "Adrian Darya-1" auf dem Mittelmeer unterwegs. Nun scheinen US-Satellitenbilder zu beweisen, dass der Öltanker Kurs auf die syrische Küste genommen hat.

Position der "Adrian Darya-1" vor Syriens Küste: "Terror und Lügen"
AP

Position der "Adrian Darya-1" vor Syriens Küste: "Terror und Lügen"


US-Sicherheitsberater John Bolton wirft dem iranischen Öltanker "Adrian Darya-1" vor, Syrien angesteuert zu haben. Bolton verbreitete am Samstag über Twitter eine Satellitenaufnahme, die das Schiff in der Nähe des syrischen Mittelmeerhafens Tartus zeigen soll. "Jeder, der gesagt hat, dass die "Adrian Darya-1" nicht Syrien ansteuern würde, verschließt die Augen vor der Wahrheit", schrieb er.

Die Regierung in Teheran glaube, dass es wichtiger sei, das "mörderische Regime" des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu fördern, als sein eigenes Volk zu versorgen. "Wir können reden, aber der Iran wird keine Erleichterung der Sanktionen bekommen, bis er nicht aufhört zu lügen und Terror zu verbreiten."

Erst vor wenigen Tagen hatte der Tanker seine Ortungssignale ausgeschaltet. Zuvor war er mehr als sechs Wochen lang in Gibraltar wegen des Vorwurfs festgehalten worden, das EU-Embargo gegen Syrien zu unterlaufen. Die Festsetzung des Tankers, damals noch unter dem Namen "Grace 1", hatte im Juli die Spannungen im Atomstreit mit Iran verschärft. Die Führung in Teheran ließ zwei Wochen später als Vergeltung einen britischen Tanker wegen angeblicher Verstöße gegen das Seerecht festsetzen.

Die USA hatten den Tanker mit Sanktionen belegt, damit das geladene Öl nicht in aus US-Sicht falsche Hände gerät. Durch diesen Schritt könnte die US-Regierung Strafmaßnahmen gegen Häfen oder Unternehmen verhängen, die sich auf Geschäfte mit dem Supertanker einlassen.

Iran beschlagnahmt "ausländischen Schlepper"

Die Spannungen am Persischen Golf nehmen weiter zu: Am Samstag beschlagnahmte Iran in der Straße von Hormus einen "ausländischen Schlepper". Bei dem Einsatz seien zwölf Philippiner festgenommen worden, meldete die Nachrichtenagentur Isna unter Berufung auf den Chef der Küstenwache. Der Schlepper "schmuggelte" demnach gut 280.000 Liter Erdöl.

Gegen die Besatzung des Schleppers bestehe der Verdacht, zu einem "Schmugglerring" zu gehören, hieß es weiter. Das Schiff sei auf der Höhe des iranischen Hafens Sirik festgesetzt worden.

lmd/dpa



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