Ägypten Mehrere Tote bei Angriff auf Bus mit Christen

Bewaffnete haben einen Bus mit koptischen Christen südlich von Ägyptens Hauptstadt Kairo angegriffen. Dabei starben mehr als 20 Menschen.

Screenshot von Nile News TV
AFP

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Bei einem Angriff bewaffneter Männer auf einen Bus mit koptischen Christen sind in Ägypten mindestens 23 Menschen getötet worden. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von 26 Toten. 25 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Kairo mit. Aus Sicherheitskreisen hieß es, Unbekannte hätten in der Nähe der Stadt al-Minja das Feuer auf das Fahrzeug eröffnet.

Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Den Sicherheitsquellen zufolge waren die Opfer auf dem Weg zu einem Kloster. In der Region um al-Minja leben zahlreiche Christen.

Ägyptens Christen waren bereits mehrfach Ziel von Anschlägen. Anfang April starben am Palmsonntag bei einem Doppelanschlag auf Kirchen in Alexandria und in Tanta mehr als 45 Menschen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Taten für sich.

Neue Anschlagsdrohungen

Anfang Mai drohten die Extremisten mit neuen Angriffen auf Christen. Muslime sollten Ansammlungen von Christen und Ausländern aus dem Westen meiden, warnte ein namentlich nicht genannter Anführer der Gruppe in einem Interview der IS-Publikation "Al-Nabaa". Er forderte Muslime auch dazu auf, Einrichtungen der ägyptischen Armee, Polizei und Regierung fernzubleiben.

Die Bundesregierung verurteilte den jetzigen Anschlag. "Diese Art von Terrorismus gegen Menschen anderen Glaubens ist furchtbar, ist schrecklich, ist einfach nur eine Tragödie", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Man verurteile solche Überfälle auf Gläubige "auf das Schärfste" und wolle alles tun, "um einen Beitrag dafür zu leisten, dass so etwas in der Zukunft nicht mehr geschehen kann."

Christen machen rund zehn Prozent der mehr als 90 Millionen Ägypter aus. Papst Franziskus hatte Ägypten Ende April bei einem Besuch in Kairo im Kampf gegen religiösen Extremismus und Terror gegen Christen in die Pflicht. Die Probleme müssten sofort angegangen werden, "um ein noch schlimmeres Abdriften in die Gewalt zu vermeiden", sagte der Pontifex bei einem Treffen mit Staatspräsident Abdel Fattah el-Sisi.

kev/vks/Reuters

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