Deutsche Welle Ägyptischer TV-Star Youssef kehrt mit Satire-Show zurück

Ob Ex-Präsident Mursi oder General Sisi: Bassem Youssef legt sich mit den Mächtigen in Ägypten an. Im November wurde seine populäre TV-Show gestoppt, doch nun kehrt der Satiriker nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen auf den Bildschirm zurück. Auch die Deutsche Welle wird die Sendung ausstrahlen.

Bassem Youssef: Unbotmäßiger Satiriker
AP/dpa

Bassem Youssef: Unbotmäßiger Satiriker


Hamburg/Bonn - Der bekannte ägyptische TV-Satiriker Bassem Youssef steht vor einem Bildschirm-Comeback. Im vergangenen November hatte der ägyptische Privatsender CBC die beliebte Satiresendung "El Barnameg" gestoppt. Ab etwa Mitte Februar soll sie wieder zu sehen sein, die Zweitverwertungsrechte hat sich die Deutsche Welle gesichert, wie der Sender auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mitteilte.

Die 45-minütige Sendung soll demnach live produziert und über Kanäle des saudischen TV-Konzerns MBC, zu dem unter anderem auch der Nachrichtensender Al-Arabija gehört, ausgestrahlt werden. Die Deutsche Welle will sie anschließend über seinen arabischen Sender verbreiten, sie werde von Marokko bis Oman zu sehen sein, sagte ein Sprecher des Senders.

Zudem werde die Deutsche Welle einen Livestream der Sendung im Internet anbieten und im Anschluss auf Abruf bereitstellen. Ein entsprechender Vertrag wurde am Freitag in München unterzeichnet, sagte ein Sprecher des Senders. Der Verwaltungsrat der Deutschen Welle habe bereits mehrheitlich seine Zustimmung ausgedrückt, allerdings müsse der Vertrag noch formell von dem Gremium abgesegnet werden.

"Bassem Youssef passt mit seinen Botschaften hervorragend zu uns als Stimme der Freiheit", sagte Deutsche-Welle-Intendant Peter Limbourg SPIEGEL ONLINE. Youssef finde zum Missfallen der Mächtigen riesige Resonanz bei den Ägyptern. Daher sei es gut, wenn diese die Ausstrahlung der Sendung nicht verhindern könnten.

Tatsächlich hatte sich der liberale Youssef, im Hauptberuf Herzchirurg, sowohl mit dem ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi und den Muslimbrüdern als auch mit dem aktuell starken Mann Ägyptens, General Abd al-Fattah al-Sisi, angelegt. Im vergangenen November stoppte der Sender CBC seine Show wenige Minuten vor der geplanten Ausstrahlung. Begründung: Der TV-Star und sein Produzent hätten sich nicht an redaktionelle Vorgaben gehalten.

fdi



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