Ägypten Ein Toter nach Bombenanschlag auf Polizeistation

Der Sprengsatz wurde aus einem Auto geworfen - in der ägyptischen Provinz Dachalia im Nildelta ist eine Bombe vor einer Polizeistation explodiert. Ein Mensch starb bei dem Anschlag, 28 erlitten Verletzungen.


Mansura - Bei einem Attentat auf eine Polizeiwache in der ägyptischen Provinz Dachalia ist ein Mensch getötet worden. 28 weitere seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Explosion habe sich im Zentralkommissariat von Mansura, der Hauptstadt der Provinz im Nildelta, ereignet.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Bei dem Todesopfer handelte es sich Staatsmedien zufolge um einen Polizisten.

Unbekannte hätten den Sprengsatz von einem fahrenden Auto aus auf die Wache in der Provinzhauptstadt Mansura geworfen, hieß es. Die Nachrichtenagentur dpa berichtete von zwei Bomben. Ein Berater von Präsident Adli Mansur sprach von einem "Terroranschlag".

Mursi-Anhänger attackiert

In der Hauptstadt wurden am frühen Mittwochmorgen bei Krawallen offenbar zwei Menschen getötet. Das teilten die Muslimbruderschaften auf ihrer Internetseite mit. Auch in Sicherheitskreisen war von zwei Toten die Rede. Anhänger des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi hatten sich erneut versammelt und seine Freilassung gefordert.

Wie eine Korrespondentin des arabischen Nachrichtensenders al-Dschasira berichtete, marschierten Mursi-Anhänger durch den Kairoer Stadtteil Heliopolis, als sie attackiert wurden. Die Demonstranten hätten gesagt, sie seien von unbekannten Bewaffneten beschossen worden. Dutzende seien verletzt worden.

Eine offizielle Bestätigung des Gesundheitsministeriums gebe es jedoch nicht, schrieb "al-Ahram". Gehad al-Haddad, der Sprecher der Muslimbruderschaft, beschuldigte im Kurznachrichtendienst Twitter Polizisten in Zivil als Täter.

Muslimbruderschaft bleibt bei Verweigerungshaltung

Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern Mursis waren am Dienstag in Kairo mehrere Menschen getötet worden. 85 weitere Menschen hätten in der Nähe der Kairoer Universität Verletzungen erlitten, berichtete "al-Ahram" auf ihrer Webseite unter Berufung auf das ägyptische Gesundheitsministerium.

Die Muslimbruderschaft weigert sich weiter, an einem von Präsident Mansur angeregten Versöhnungstreffen teilzunehmen. Das erklärte ein Sprecher der Islamisten am Dienstagabend, wie die Zeitung "al-Ahram" berichtete. Auch die mit den Muslimbrüdern verbündeten Gruppen würden sich dem Dialog verweigern. Der Sprecher begründete die Haltung damit, dass sie die Übergangsregierung nicht anerkennen würden. Mansur hatte angesichts der tiefen Spaltung der ägyptischen Gesellschaft in einer Fernsehansprache am Dienstag erneut zu einer nationalen Aussöhnung aufgerufen.

Mursi, der erste frei gewählte Präsident des bevölkerungsreichsten arabischen Landes, war am 3. Juli vom Militär nach anhaltenden Massenprotesten abgesetzt worden. Er befindet sich seitdem an einem unbekannten Ort in Haft. Mursis Sohn Osama kündigte an, die Familie werde deswegen rechtliche Schritte gegen die Militärführung vor heimischen und internationalen Gerichten einleiten. Es gebe keine juristische Grundlage für die Festsetzung seines Vaters.

heb/Reuters/dpa

insgesamt 5 Beiträge
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voltaire001 24.07.2013
1. Wie wir wieder sehen
wird "friedlich" in manchen Ländern des anderen Kulturkreises anders definiert.
marecs 24.07.2013
2. warum
hat die muslim Bruder... überhaupt eine internetseite und bombenmaterialien? ich denke die lehnen den "Westen" ab. was bedeutet auch deren Errungenschaften. Die müssten mit Säbeln auf kamelen reitend versuchen ihren irrsinn zu erkämpfen! nix Auto, nix Elektrizität diese verlogenen hinterwäldler! lasst die Israelis sich ein schönes Stück von Europa aussuchen damit sie in "Sicherheit" sind und macht aus dem gesamten Gebiet einen weißen fleck auf der Landkarte. holt die progressiven Menschen da raus und vergesst dass gesamte Gebiet. sollen die sich die Backenzähne mit nem Knüppel ausschlagen. mich regt es nur noch auf!
angelprofi87 24.07.2013
3.
Wer es war ist doch klar Taliban und Co. Versuchen durch ihre Anschläge die Infrastruktur zu Schwächen und die Gruppen gegenseitig aufzustacheln damit sie weiter Fuss fassen können
eu-citizen 24.07.2013
4. Endlich Klarheit
Die Muslimbruderschaft hat es nicht geschafft, das Land auf friedlichem Wege durch ihren Präsidenten Mursi zu einer islamistischen Diktatur zu machen. Also versuchen sie jetzt, das Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Die daraus entstehende Not in der Bevölkerung nehmen sie ganz bewusst in Kauf, weil sie ihnen ermöglicht, sich als Helfer und Samariter aufzuspielen und damit die Menschen auf ihre Seite zu bringen. Leider ist das Volk in der Masse so ungebildet und vom Glauben verblendet, dass es darauf hereinfällt. Bleibt zu hoffen, dass schnell neue Wahlen durchgeführt werden und eine parlamentarische Demokratie errichtet wird. Das Ganze in der Verfassung verankert und durch eine Ewigkeitsgarantie abgesichert.
rolfkratzel 24.07.2013
5. .
Immer wieder höre bzw.lese ich, Mursi sei demokratisch gewählt worden. Ich erinnere mich an Meldungen, wonach erheblicher Wahlbetrug zu der Mehrheit der Stimmen für ihn geführt hat. Haben auch Journalisten ein schlechtes Gedächtnis?
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