Ägypten Gaspipeline auf dem Sinai explodiert

Erst ein Knall, jetzt lodern Flammen in den Himmel: Im Norden der ägyptischen Halbinsel Sinai ist eine Pipeline explodiert. Die Leitung versorgt Israel und Jordanien mit Gas. Das ägyptische Staatsfernsehen berichtet von einem Anschlag.


Kairo - Im Norden der ägyptischen Halbinsel Sinai ist eine Gaspipeline explodiert. Ein gewaltiges Feuer loderte in der Nähe des Gazastreifens, wie ägyptische Medien und Augenzeugen berichteten. Das Staatsfernsehen erklärte, es habe sich um einen Anschlag von Terroristen gehandelt. "Saboteure haben sich die instabile Sicherheitslage zunutze gemacht", hieß es. Einzelheiten wurden nicht genannt. Niemand sei verletzt worden. Die Lage sei unter Kontrolle.

Zu der Explosion kam es an einer Gaskompressorstation in der Nähe der Provinzhauptstadt el-Arisch, nur mehrere hundert Meter von einem Flughafen entfernt, wie Augenzeugen sagten. Von der Station führen Pipelines nach Jordanien und Israel. El-Arisch liegt etwa 70 Kilometer vom Gazastreifen entfernt.

Unklar ist bislang, welcher Teil der Pipeline betroffen ist: Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf ägyptische Sicherheitskreise, das Ziel des Anschlags sei die Leitung nach Jordanien gewesen. Die Versorgung nach Israel sei indes vorsichtshalber unterbrochen worden. Auf israelischer Seite hieß es, es sei noch nicht bekannt, ob die Explosion die Leitung nach Israel betreffe. Auch gebe es noch keine gesicherten Informationen darüber, was die Explosion auslöste.

Der Gasexport nach Israel läuft über die Firma East Mediterranean Gas Company (EMG), an der Hussein Salem beteiligt ist. Salem gilt als enger Vertrauter von Präsident Husni Mubarak.

Laut der US-Gruppe Site, die das Terrornetzwerk al-Qaida und islamistische Internetseiten beobachtet, haben einige Gruppen Aufständische dazu aufgerufen, die Pipeline nach Israel anzugreifen.

Ägypten beliefert Israel seit Anfang 2008 mit Erdgas. In der Bevölkerung gibt es wegen der israelischen Besatzung in den Palästinensergebieten großen Widerstand gegen das Gasabkommen mit Israel. Außerdem hatten die Beduinen-Clans bereits vor einiger Zeit damit gedroht, die Pipeline zu zerstören, um die Freilassung von Angehörigen aus den staatlichen Gefängnissen zu erzwingen. Im vergangenen Sommer gab es nach Medienberichten bereits einen kleineren Anschlag auf die Pipeline, der jedoch keinen großen Schaden anrichtete. Damals wurden Beduinen hinter dem Angriff vermutet.

anr/dpa/dapd/Reuters



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biennois 05.02.2011
1. ...
Zitat von sysopErst ein Knall, jetzt lodern Flammen in den Himmel: Im Norden der ägyptischen Halbinsel Sinai ist eine Pipeline explodiert. Die Leitung versorgt Israel und Jordanien mit Gas. Das ägyptisches Staatsfernsehen berichtet von einem Anschlag. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,743699,00.html
"Das ägyptische Staatsfernsehen berichtet von einem Anschlag." Wenn das kein Ablenkungsmanöver ist, weiss ich auch nicht.
moritzdog, 05.02.2011
2. Könnte
Zitat von sysopErst ein Knall, jetzt lodern Flammen in den Himmel: Im Norden der ägyptischen Halbinsel Sinai ist eine Pipeline explodiert. Die Leitung versorgt Israel und Jordanien mit Gas. Das ägyptisches Staatsfernsehen berichtet von einem Anschlag. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,743699,00.html
der Anfang eines durchwachsenen Chaos in der Region sein.
Poisen82, 05.02.2011
3. .
---Zitat--- Die Pipeline war auch in der Vergangenheit schon Ziel von Angriffen. Beduinen hatten im vergangenen Juli versucht, die Leitung zu sprechen ---Zitatende--- Was hat denn die Leitung geantwortet?
Dramidoc 05.02.2011
4. Ich vermute mal....
Zitat von sysopErst ein Knall, jetzt lodern Flammen in den Himmel: Im Norden der ägyptischen Halbinsel Sinai ist eine Pipeline explodiert. Die Leitung versorgt Israel und Jordanien mit Gas. Das ägyptisches Staatsfernsehen berichtet von einem Anschlag. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,743699,00.html
Ich vermute nal, dass das das Werk vob Mubarak ist, der hier auch außenpolitische Unruhe stiften will und die junge Oppositionsbewegung bei den Nachbarn in Mißkredit bringen will. Das Vorhaben ist mehr als durchsichtig.
Die_Sonne 05.02.2011
5. Es geht los
Israel muss sich jetzt Warm anziehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Situation wird für die Isrealis jetzt schwerer werden. Israel steht nun einem Herr von verfeindeten, antisemitischen Menschen gegenüber. Unsere Solidarität sollte dem jahrtausendelang verfolgten Kulturvolk gelten.
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