Ägypten Gericht bestätigt Todesstrafe für 21 Fußballfans

Wegen der tödlichen Krawalle nach einem Fußballspiel im Jahr 2012 sind in Ägypten rabiate Fans und Polizisten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Zudem bestätigte das Gericht in Kairo 21 Todesurteile für Ultras. Der Richterspruch könnte neue gewaltsame Ausschreitungen provozieren.

Fans von Al-Ahly: Feier nach Bestätigung des Todesstrafe
AP/dpa

Fans von Al-Ahly: Feier nach Bestätigung des Todesstrafe


Kairo - In Ägypten könnten nach einem Richterspruch neue Unruhen drohen. Die Richter bestätigten am Samstag das Todesurteil für 21 Randalierer: Tod durch den Strang, gab das Gericht bekannt und bestätigte damit ein Urteil von Ende Januar.

Fünf weitere Ultras müssen lebenslänglich in Haft. Der damals zuständige Polizeichef und ein anderer hochrangiger Offizier wurden je zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. 18 weitere Fußballfans erhalten kürzere Haftstrafen. 28 der insgesamt 73 Angeklagten wurden freigesprochen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Der Prozess um die Fußballkrawalle war aus Sicherheitsgründen von Port Said in die Polizeiakademie in Kairo verlegt worden. Vor allem der erste Urteilsspruch in dem Verfahren hatte massive Ausschreitungen in der Region am Suez-Kanal zur Folge. Dutzende Menschen starben, darunter Polizisten. Hunderte weitere erlitten Verletzungen.

Am Samstag waren in Port Said schätzungsweise 2000 Demonstranten unterwegs; sie hinderten Autofähren an der Überquerung des Suezkanals. In der Hauptstadt Kairo steckten militante Demonstranten mehrere Gebäude in Brand, darunter einen Club für Polizeioffiziere.

In dem Verfahren um die Fußballkrawalle war es um die Schuldfrage beim sogenannten Massaker von Port Said gegangen. Am 1. Februar 2012, nach einem Spiel des Kairoer Spitzenclubs Al-Ahly gegen den Erstliga-Verein Al-Masry aus Port Said, hatten Fans des Clubs Al-Masry die Ahly-Ultras mit Messern und Flaschen attackiert. Schwere Ausschreitungen und Krawalle waren die Folge; mindestens 79 Menschen kamen dabei ums Leben.

Nach den weltweit blutigsten Ausschreitungen beim Fußball seit 15 Jahren wurde die restliche Saison abgesagt.

ssu/AFP/dpa/Reuters

insgesamt 34 Beiträge
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phboerker 09.03.2013
1. politischer Hintergrund?
Hatten die Ausschreitungen bei dem Fußballspiel nicht einen politischen Hintergrund? Meiner Erinnerung nach trafen dabei nicht nur Fans gegnerischer Mannschaften aufeinander, sondern auch der pro- und contra-Mubarak-Fraktionen. Wenn das so war, sollte der Artikel das auch erwähnen und die Gerichtsurteile in den richtigen Kontext setzen...
zechpreller 09.03.2013
2. Todesurteile
Krank
egyptwoman 09.03.2013
3. optional
Das konnte nie eindeutig geklärt werden @phboerker, es gab damals Gerüchte das es eigentlich darum ging, da die Ultras von Al Ahly maßgeblich an der Revolution beteiligt waren, es konnte jedoch bis heute nicht eindeutig bewiesen werden das diese Krawalle in Port Said einen politischen Hintergrund hatten. Gruß aus Ägypten
fussball11 09.03.2013
4.
Zitat von egyptwomanDas konnte nie eindeutig geklärt werden @phboerker, es gab damals Gerüchte das es eigentlich darum ging, da die Ultras von Al Ahly maßgeblich an der Revolution beteiligt waren, es konnte jedoch bis heute nicht eindeutig bewiesen werden das diese Krawalle in Port Said einen politischen Hintergrund hatten. Gruß aus Ägypten
So sieht sie aus die deutsche Propaganda. Nimmt man sich die Zeit die SpOn Berichte von damals zu lesen, schickte Mubarak seine Killer Truppen ins Stadion um den Anhängern des als revolutionär geltenden Clubs eine Lektion zu erteilen. Heute sind die Täter " Ultras " was inhaltlich eine Lüge ist und eine bewusst Täuschung ist. Die Einstellung zur Revolution hat sich in Deutschland halt geändert und die Mörder von Gestern werden zu den Opfern von Morgen.
elmhurst 09.03.2013
5. lobelie39
Wenn die üblichen Grapscher und Vergewaltiger auch häerter bestraft würden, wäre schon viel gewonnen.
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