Ägypten Gericht bestätigt Todesurteil gegen Journalisten

Sie sollen mit dem Ex-Präsidenten Morsi gemeinsame Sache gemacht und Staatsgeheimnisse veröffentlicht haben. Nun hat ein Gericht das Todesurteil gegen sechs Journalisten bestätigt - es ist damit rechtskräftig. 

Angeklagter Mohamed Morsi
REUTERS

Angeklagter Mohamed Morsi


Ein ägyptisches Gericht hat die harten Urteile gegen sechs Journalisten, darunter zwei Mitarbeiter des Senders Al Jazeera, bestätigt. Sie wurden bereits Anfang Mai wegen Spionage und Verrat von Staatsgeheimnissen zum Tode verurteilt. Mit der Entscheidung vom Samstag ist das Urteil nun rechtskräftig.

Mit auf der Anklagebank saß auch der islamistische Ex-Präsident des Landes, Mohamed Morsi. Er muss nach Willen der Richter 25 Jahre Haft verbüßen. In einem anderen Verfahren wurde er allerdings schon wegen Verschwörung zu einem Gefängnisausbruch während der arabischen Aufstände zu einer Todesstrafe verurteilt.

Bei der Anklageerhebung im Sommer 2014 im Fall der angeblichen Spionage hatte die Kairoer Staatsanwaltschaft argumentiert, Morsi habe geheime Papiere an den katarischen Nachrichtensender Al Jazeera weitergereicht. Demnach lägen ausreichende Beweise für eine Anklage vor.

Ägypten wirft Al Jazeera vor, mit der Regierung Morsi kooperiert zu haben. Der Sender bestreitet dies.

Morsi war nach dem Sturz des Langzeitherrschers Hosni Mubarak der erste frei gewählte Präsident des Landes. Nach Massenprotesten gegen ihn wurde er im Sommer 2013 gestürzt. Seitdem geht Ägypten massiv gegen die Muslimbrüder vor, aus deren Reihen Morsi kam.

vks/AP

insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Winniethepuuh 18.06.2016
1. Al Sisi
der vom Westen hofierte Menschenfreund, dem die Bundesrepublik gerade wieder massenhaft Waffen verkauft hat, lässt also auch Journalisten hinrichten. Schreibt fleissig weiter für unsere Regierung, liebe Spiegel-Autoren, sonst seit Ihr eines Tages auch noch fällig. Bis zum Natoland Türkei ist man mit der Journalistenverfolgung ja schon vorgedrungen. Mal sehen, wie lange es noch dauert, bis es hier angekommen ist. Also schreibt um Euer Leben.
t.denn 18.06.2016
2. Nur abwarten.
Zitat von Winniethepuuhder vom Westen hofierte Menschenfreund, dem die Bundesrepublik gerade wieder massenhaft Waffen verkauft hat, lässt also auch Journalisten hinrichten. Schreibt fleissig weiter für unsere Regierung, liebe Spiegel-Autoren, sonst seit Ihr eines Tages auch noch fällig. Bis zum Natoland Türkei ist man mit der Journalistenverfolgung ja schon vorgedrungen. Mal sehen, wie lange es noch dauert, bis es hier angekommen ist. Also schreibt um Euer Leben.
Sollte die AfD weiter an Zuspruch gewinnen, dann sind wir vielleicht schneller da, als uns lieb ist. Wer heute "Lügenpresse" schreit, verknackt den Whistleblower von morgen...
chjuma 18.06.2016
3. andere Länder, andere Sitten
Wir sollten unsere Arroganz ein wenig zurück fahren indem wir irgendwas im Nahen Osten, Orient und Sahelzone mit unseren Maßstäben zu messen. Todesurteile sind zwar unschön aber dort normal. Wir werden es nicht schaffen denen unsere Demokratie aufzudrücken. Weder mit der Demokratie noch mit dem Aufdrücken können die dort umgehen. Wer sagt denn überhaupt dass wir mit unserer Sichtweise richtig liegen?
holger_s. 18.06.2016
4.
"...wurde er allerdings schon wegen Verschwörung zu einem Gefängnisausbruch während der arabischen Aufstände zu einer Todesstrafe verurteilt." - merkwürdige Nutzung des Singulars, gerade in diesem Zusammenhang. liest sich in jedem Fall seltsam. mfG.
adamsfamily 18.06.2016
5. auch Hinrichtungen
von Staats-wegen ist und bleibt MORD....wo auch immer er vollzogen wird....von wegen: andre Länder andre Sitten; wir sind (oder sollten es zumindest sein) Menschen.....
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.