Ägypten IS-Miliz bekennt sich zu Bombenanschlag in Kairo

Vor einem Polizeigebäude in Kairo ist in der Nacht eine Autobombe detoniert, 29 Menschen wurden verletzt. Nun hat sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" zu dem Anschlag bekannt.

Tatort in Kairo: Vergeltung für IS-Märtyrer
REUTERS

Tatort in Kairo: Vergeltung für IS-Märtyrer


Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat sich zu einem Angriff in Kairo bekannt. Das Attentat sei eine Vergeltung für "unsere Märtyrer-Brüder" gewesen, hieß es in einer auf dem Kurznachrichtendienst Twitter verbreiteten Erklärung.

Ein Attentäter hatte in der Nacht im Norden der ägyptischen Hauptstadt einen Wagen abgestellt, der kurz danach explodierte. Wie das Innenministerium mitteilte, floh der Täter von dem Gebäude der Geheimpolizei aus auf einem Motorrad. Die Explosion war in weiten Teilen Kairos zu hören. Die Zahl der Verletzten bei dem Anschlag stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums von 6 auf 29.

Am Sonntagabend hatte Ägyptens Staatspräsident Abdel Fattah el-Sisi ein neues Anti-Terror-Gesetz unterschrieben. Damit will er im Kampf gegen Extremisten härter durchgreifen können. Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 kommt es in Ägypten immer wieder zu Anschlägen. In Kairo hatte der IS zuletzt im Juli einen Autobombenanschlag auf das italienische Konsulat verübt, bei dem ein Passant getötet wurde.

vek/dpa/AFP

insgesamt 2 Beiträge
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seneca55 20.08.2015
1. Die Einschläge des IS in Kairo sind angekommen
Hoffentlich können sich die Säkularen mit Hilfe der Armee gegen die gnadenlosen Islamisten dann behaupten, wenn es zum Bürgerkrieg kommen sollte. Syrien- und Libyen-Realität wird dann auch in Ägypten schnell um sich greifen. Hoffen wir, das Salafisten und Moslembrüder dem IS keine Basis werden.
neanderspezi 20.08.2015
2. Der IS fordert unentwegt blutige oder gern auch hängende Strafmaßnahmen für seine inhaftierte Klientel in Ägypten heraus
Vermutlich ist eine straff organisierte Militärregierung in der Lage den Untergrund für Terroristen in der Zusammensetzung von IS, Muslimbrüdern und Salafisten zumindest in den Städten Ägyptens schärfer zu beobachten, als irgendeine demokratisch angehauchte Regierung, die sich aus den verschiedensten Unterstützern und Liebhabern für Posten und Pöstchen zusammensetzt. Die Hoffnung auf Bürgerkrieg dürfte nur noch in den Verschwörerkreisen inmitten dieses Untergrunds angestrengt kultiviert werden und von den Neuzugängen des IS mit ausreichender Kenntnis verschiedener Anwendungen von Gräueln belebt werden, was solange funktionieren mag, bis diese Gestalten vom Militär aus ihren Schlupflöchern gezogen werden. Für sie ist allerdings anzunehmen, dass trotz Beschwerden internationaler Menschenrechtsorganisationen ein direkter Weg zu den wartenden Jungfrauen zügig in die Wege geleitet wird, um den heißen Wünschen dieser Islamisten entgegenzukommen und wie es scheint, hat zumindest dieser Abd al-Fattah as-Sisi keine allzu große Bedenken, hierfür den Wegbereiter zu machen und den Daumen im Gegensatz zu westlichen Gepflogenheiten nach oben zu richten.
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