Tawakkul Karman Ägypten lässt Friedensnobelpreis-Trägerin nicht einreisen

Sie ist eines der Gesichter des Arabischen Frühlings: Tawakkul Karman bekam 2011 den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für Menschenrechte. Doch Kairos Sicherheitskräfte lassen die Frau aus dem Jemen jetzt nicht nach Ägypten einreisen.

Tawakkul Karman: Ägyptens Sicherheitskräfte hinderten sie an der Einreise
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Tawakkul Karman: Ägyptens Sicherheitskräfte hinderten sie an der Einreise


Kairo - Tawakkul Karman ist am Sonntag die Einreise nach Ägypten verweigert worden. Die Frauen- und Menschenrechtlerin wurde am Airport von Kairo abgewiesen. Die 34-Jährige musste zurück in das Flugzeug, mit dem sie gelandet war. Unklar ist noch, in welches Land die Jemenitin ausgewiesen wurde.

Das Einreiseverbot für Karman ist von hoher Symbolik: Im Dezember 2011 hatte sie den Friedensnobelpreis erhalten - zusammen mit Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee, beide aus Liberia, für ihren Einsatz für Frauenrechte. Karman gilt als eines der Gesichter des Arabischen Frühlings. Im Jemen hatte sie sich für eine Demokratisierung starkgemacht.

Die Absetzung des Islamisten Mohammed Mursi in Ägypten durch das Militär nach Massenprotesten hatte Karman stark kritisiert. Sie war Ende Juli für ein paar Tage nach Kairo gereist, um das Protestlager der Islamisten zu besuchen. "Es gibt zwei Optionen: Entweder scheitert der Putsch oder der Arabische Frühling", schrieb sie am Donnerstag auf ihrer Facebook-Seite. Nun wollte sie offenbar erneut nach Ägypten einreisen.

Bisher gibt es noch keine offizielle Erklärung aus Kairo, warum die Aktivistin an einer Einreise gehindert wurde. Auf dem Flughafen von Kairo wurde am Sonntag ein nicht näher präzisierter Notstand ausgerufen im Zuge der Terrorwarnungen von Interpol.

Nach Berichten der staatlichen Zeitung "al-Ahram" will Kairo insbesondere Passagiere, die aus dem Jemen oder Libyen eintreffen, genau überprüfen, um eine Einreise von Terroristen zu verhindern. Ob Karman als jemenitische Staatbürgerin unter dieser Notstandsregelung abgeschoben wurde, ist noch unklar.

ras/AP

insgesamt 14 Beiträge
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emeticart 04.08.2013
1. Wie passt das zusammen?
Kämpft angeblich um Frauenrechte, sympathisiert aber mit den Islamisten!? MfG
StFreitag 04.08.2013
2. Scheint doch klar,
was diese "Aktivistin" unter arabischem Frühling versteht. Ich kann verstehen, daß sie nicht reingelassen wird. Sie kann sich ja bei ihrem Nobelpreiskollegen Obama beklagen. Gibts im Jemen nichts mehr zu tun?
syracusa 04.08.2013
3.
Zitat von emeticartKämpft angeblich um Frauenrechte, sympathisiert aber mit den Islamisten!? MfG
Falsch. Sie sympathisiert mit Demokratie. Ob die Absetzung Mursis der Demokratie in Ägypten letztlich geholfen hat, wird man erst in einiger Zeit sagen können. Es gibt auch aus demokratischer Sicht Argumente sowohl für als auch gegen die Absetzung Mursis. Frau Karman sieht, anders als ich, wohl den Schaden für die Demokratie als bedeutender an.
clageo 04.08.2013
4. Irreführung
Der Begriff vom " arabischen Frühling " sollte endlich eingestampft werden. Es ist blanker Hohn, nach all dem Terror und Morden von einem " arab. Frühling zu sprechen.
h3ld 04.08.2013
5. optional
"hat sich für Demokratisierung stark gemacht"... Was hat sie denn großes geleistet, das sie den Friedensnobelpreis bekommt? (was muss man überhaupt tun um den Friedensnobelpreis zu bekommen?) Ich hab so das Gefühl, das ist eine Auszeichnung mit der das Nobelpreiskomitee um sich wirft um irgendwelche Personen eine politische und gesellschaftliche Basis durch eine internationale Organisation zu geben. Eine echte Bedeutung oder ob er gerechtfertigt verliehen wurde gibt es allerdings nicht.
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