Ägypten Lebenslange Haft für Anführer der Muslimbrüder

Ein Gericht in Kairo hat gegen 13 führende Mitglieder der islamistischen Bewegung lebenslange Haftstrafen verhängt. Unter ihnen ist auch Mohammed Badie, der Chef der Muslimbrüder.

Mohammed Badie (Archivbild, rechts): Lebenslange Haftstrafe
DPA

Mohammed Badie (Archivbild, rechts): Lebenslange Haftstrafe


Kairo - Ägyptens Regierung geht weiter hart gegen die Muslimbrüder vor. Ein Strafgericht in Kairo hat den Chef der Muslimbrüder, Mohammed Badie, sowie 13 weitere führende Mitglieder der Organisation zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Es bestätigte zugleich die Todesurteile gegen vier weitere Islamisten, wie die staatliche Nachrichtenseite "al-Ahram" berichtete.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten für den Tod von Demonstranten verantwortlich waren. Ende Juni 2013 kam es in Kairo kurz vor dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu Protesten vor dem Hauptquartier der Muslimbrüder. Nach offiziellen Angaben starben dabei neun Menschen.

Lebenslange Haftstrafen erhielten neben Badie auch seine beiden Stellvertreter Chairat al-Schatir und Raschad al-Bajumi sowie Ex-Parlamentspräsident Saad al-Katatni. Badie ist in zwei anderen Verfahren bereits zum Tode und zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Muslimbruderschaft ist in Ägypten als Terrororganisation eingestuft.

mhe/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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Eskimo_Goldberhg 28.02.2015
1.
So endet also der "arabische Frühling" in Ägypten. Es war naiv zu glauben, Wahlzettel auszuteilen wäre gleichbedeutend mit Demokratie. Auch wir hatten einst eine "Republik ohne Republikaner" - irgendwann haben wir es aber dann doch gelernt.
edelweiss99 28.02.2015
2. Hier endet gar nichts!
Schon gar nicht der "Arabische Frühling"! Glauben Sie nicht alles, was die Journalisten erzählen. Aus nächster Nähe erlebt, kann ich Ihnen sagen, dass die Muslimbrüder am Umsturz Mubaraks in keinster Weise beteiligt waren, sie tauchten erst auf, als nichts mehr schief gehen konnte. Dann haben sie nach der Macht gegriffen, was ihnen als einzige bereits etablierte Gruppe mit 50% Analphabeten auf dem Lande nicht so schwer fiel. Bezahlt wurden die Wähler auch. Der Wahlausgang ist heute noch unklar, vermutlich haben beide Parteien schwer Wahlbetrug begangen usw. Was die Ägypter wirklich stört ist, dass das Ausland von einem Militärputsch spricht, während sie auf der Strasse gegen Mursi protestierten. M. Badia ist ein Hardliner, der über Tote geht. Es lohnt sich nicht, ihn zu einem Helden oder Märtyrer zu stilisieren, wie es seine Anhänger - unterdessen gibts davon nicht mehr so viele - gerne hätten!
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