Ägypten Dutzende Menschen ertrinken im Mittelmeer

Vor der ägyptischen Küste ist ein Flüchtlingsboot untergegangen. Mindestens 42 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein.

Suche nach Vermissten vor Ägyptens Küste
REUTERS

Suche nach Vermissten vor Ägyptens Küste


Ihr Ziel war Europa, doch dort sind sie nie angekommen: Ein Flüchtlingsboot mit Hunderten Menschen an Bord ist vor der ägyptischen Mittelmeerküste gekentert. Mindestens 42 Menschen sind dabei ums Leben gekommen.

150 Flüchtlinge seien nach dem Bootsunglück nahe der Hafenstadt Rosetta gerettet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Kairo mit. Unklar war weiterhin, wie viele Menschen insgesamt an Bord waren. Die Suche werde fortgesetzt, sagten Polizeivertreter der Nachrichtenagentur AFP.

Die Opfer kamen dem Gesundheitsministerium zufolge aus Ägypten, dem Sudan und anderen afrikanischen Ländern. Vor dem Krankenhaus in Rosetta versammelten sich dutzende Menschen in der Hoffnung auf Informationen über ihre Angehörigen. Ministerpräsident Scherif Ismaïl rief dazu auf, die Verantwortlichen für das Unglück zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen.

Immer wieder wagen Flüchtlinge den gefährlichen Weg nach Europa von Nordafrika übers Mittelmeer. 2016 habe jeder 85. Migrant die Fahrt nicht überlebt, berichtete die "Welt" unter Berufung der Internationalen Organisation für Migration (IOM).

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hatte sich im Juni besorgt zeigt, dass zuletzt immer mehr Flüchtlinge von Ägypten aus die lange und "sehr gefährliche" Fahrt über das Mittelmeer wagten. Der Anteil der in Europa ankommenden Flüchtlinge, die in Ägypten gestartet sind, liegt nach Angaben des UNHCR mittlerweile bei rund zehn Prozent. Seit dem Frühjahr mussten mehrfach in Ägypten gestartete Fischerboote mit hunderten Flüchtlingen an Bord aus Seenot gerettet werden.

Seit der Schließung der Balkanroute versuchen die Schutzsuchenden laut Frontex wieder verstärkt, von Nordafrika aus über das Mittelmeer nach Europa zu kommen.

pem/kry/AFP/dpa



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