Zwölf Jahre Bauzeit Ägypten plant neue Hauptstadt

Zu groß, zu viel Verkehr - der Moloch Kairo hat als Hauptstadt ausgedient. Ägypten will in den kommenden zwölf Jahren einen neuen Regierungssitz errichten. Kosten: mehr als 75 Milliarden Dollar.

REUTERS

Kairo - Ägypten will einen neuen Regierungssitz östlich von Kairo bauen. Wohnungsbauminister Mustafa Madlubi kündigte an, dass die neue Verwaltungshauptstadt strategisch günstig auf halber Strecke zwischen Kairo und dem Suezkanal liegen soll. Fünf Millionen Menschen würden später dort leben.

Design, Ökologie, Kultur: "Eine Stadt von der Natur geformt" - Auf der Website wird die künftige Hauptstadt als "vibrierende Ader" Ägyptens vorgestellt. Mehr als 10.000 Kilometer fußgängerfreundliche Straßen soll es geben und rund 1.750.000 neue Arbeitsplätze. Nicht zuletzt, weil auch die Regierung umziehen wird.

Aussehen solle die neue Hauptstadt trotzdem wie die alte. Man wolle sich vom Kairo zum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts inspirieren lassen, sagte Madlubi. Mit rund 18 Millionen Einwohnern gehört der Großraum Kairo zu den größten Ballungszentren der Welt. In der Metropole droht täglich ein Verkehrsinfarkt. Und die Bevölkerung wird weiter wachsen: Bis 2050 werden rund 40 Millionen Menschen in Kairo leben.

Die Kosten für die zwölfjährige Bauzeit belaufen sich nach Schätzungen des ägyptischen Investitionsministers auf rund 75 bis 80 Milliarden US-Dollar (75,6 Milliarden Euro). Für die Stadtentwicklung sollten hauptsächlich Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten den Zuschlag bekommen.

kry/dpa

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insgesamt 31 Beiträge
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Hamid A. 14.03.2015
1. Wow!
Zum ersten mal plant eine Regierung im Nahen Osten Milliarden für den Aufbau des Landes auszugeben statt für Waffen und Krieg. Das ist ja mal was! Mal sehen ob sie das auch tatsächlich umsetzen oder ob es nur bei einer Pressemeldung bleibt.
andreas.spohr 14.03.2015
2. Na, da können die ägyptischen Oligarchen des herrschenden Armee-Konzerns
ihre Milliarden investieren! Und für die Bevölkerung, bsonders die bisher ständig umherziehenden Beduinen gibt es endlich Wohnungen und Arbeit und alles wird gut. Und für Terroristen gibt es gläserne Hochhaustürme als neue Anschlagsziele... Als gäbe es es in Egypten nicht vorrangigere Probleme, die man mit dem Geld in Angriff nehmen könnte!
ftb7 14.03.2015
3.
Man fragt sich woher das Geld kommen soll. Seit dem der Tourismus praktisch vollstaendig zum erliegen gekommen ist haben die doch nicht mehr viel. Und nur mal so: Wie waere es sich einfach mal nicht wie die Kaninchen zu vermehren, dann braucht man auch keine neue Stadt und es gibt weniger Staus.
raber 14.03.2015
4. Ägyptens neue Hauptstadt
Interessantes Projekt. Wann hat es das letzte Mal so eine Situation gegeben? Brasilia? Falls ein Flughafen dazu gehören sollte, bloss keine deustchen Firmen ranlassen. Könnte wie BER nie enden. Einen Namen gibt es noch nicht?
fahrgast07 14.03.2015
5. Verkehrsprobleme hausgemacht
Schicke 3D-Bilder, flockige Sprüche, mehr sieht man auf der Homepage nicht. Und hanebüchende Fehlplanungen, allein schon der Flughafen mitten in der Stadt. Fraglich bleibt das Verkehrskonzept: Von Schnellbahnen ist nirgens die Rede; New Cairo wurde jedenfalls rein autogerecht geplant. Als wolle man die Verkehrsprobleme maximieren. Für mich klingt das alles nach einem reichlich naiven Konzept.
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