Ägypten Polizei setzt Wasserwerfer gegen Demonstranten ein

Sie marschieren weiter: In Ägyptens Hauptstadt Kairo sind Demonstranten am zweiten Jahrestag des Rücktritts von Ex-Machthaber Mubarak auf die Straßen gegangen - sie forderten eine andere Politik von Präsident Mursi. Bei den Protesten kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Demonstration in Kairo: "Wer Blut vergießt, verliert seine Legitimität"
dapd

Demonstration in Kairo: "Wer Blut vergießt, verliert seine Legitimität"


Kairo - Kurz nach Beginn neuer landesweiter Proteste in Ägypten gegen die Vorherrschaft der Muslimbruderschaft ist es am Montagabend in Kairo zu Zusammenstößen gekommen. Vor dem Präsidentenpalast ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Steine werfende Demonstranten vor, wie im Staatsfernsehen zu sehen war. Anlässlich des zweiten Jahrestages des Rücktritts von Ex-Präsident Husni Mubarak hatte die Opposition in zahlreichen Städten des Landes zu Demonstrationen aufgerufen, um die Verwirklichung der ursprünglichen Ziele des Volksaufstands einzufordern.

In Kairo trugen die Demonstranten Transparente mit den Aufschriften "Die Revolution geht weiter" und "Wer Blut vergießt, verliert seine Legitimität". Sie forderten von Präsident Mohammed Mursi, der der Muslimbruderschaft entstammt, vor allem die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit unter Einschluss der Opposition, Änderungen an der neuen, islamistisch beeinflussten Verfassung und die Entlassung des Generalstaatsanwalts.

Während ein Teil der Demonstranten in Kairo zum zentralen Tahrir-Platz zog, Zentrum des Aufstands im Arabischen Frühling 2011, versammelten sich mehrere hundert andere vor dem stark gesicherten Präsidentenpalast, wo es in den vergangenen Wochen schon mehrfach zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam. Kurzzeitig wurde von Protestteilnehmern eine zentrale Nilbrücke und eine Station der Untergrundbahn blockiert.

Der heute 84-jährige Mubarak war am 11. Februar 2011 nach 18-tägigen heftigen Protesten zurückgetreten. Er wurde inzwischen zu lebenslanger Haft verurteilt und wartet bei schlechter Gesundheit auf ein neues Verfahren.

hen/AFP

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hobbysechs00 12.02.2013
1. Glückwünsche für das ägyptische Volk dass es den richtigen
Sinn für ein demokratisches Bewusstsein nicht verloren hat. zu hoffen ist such, dass ein neuer Papst sich den muslemischen Glaubens brudern gegenüber tolerant er verhält
seneca55 12.02.2013
2. Wasserwerfer gegen kairoer Demonstranten
2 Jahre nach dem Rücktritt Mubaraks flackern immer noch hie und da ein paar Demos um den Tahrir-Platz neben den sporadischen Mißbräuchen an teilnehmenden Frauen dort auf. Die Staatsmacht hat jetzt mittlerweile weichere Instrumente als Schuss- und Hiebwaffen gefunden, um die Ordnung halbwegs zu wahren: Wasserwerfer. Wenn die Tage der jubiläen jetzt bald vorüber sind, dann sind weniger Opfer unter den Demonstranten und dem Mob zu beklagen als jemals zuvor. Ein Zeichen, dass sich alles normalisiert? Ein paar 1000 junge Männer in dem 20 Millionen Molloch Kairo bringen den "neuen-alten" Staat Ägypten nicht mehr zum Wanken. Mursbarak kann jetzt hoffentlich mit seinem Apparat loslegen, damit die Ägypter weiter ausreichend Falafel bis zum nächsten Ramadan für den Magen haben. Jetzt muss wieder an die materielle Basis des Volkes gedacht werden; denn eine zweite Arabellion wird es bis zum nächsten Jahrgedächtnis nicht geben.
rwk 12.02.2013
3. Mubarak
Es zeigt sich immer mehr, dass mit Mubarak mindestens Ruhe herrschte, alle zu essen hatten und die Islamisten unter Kontrolle waren. Die wenigen Querschläger, die gegen den Präsidenten waren weil er zuwenig auf die Religion einging und die wir in Europa in Unkenntniss der Gepflogenheiten unterstützten, werden mit Morsi das Land weiter in die Katastrophe steuern.Die EU hat das Privileg eine sich anbahnende Islamistendikdatur von Anfang an unterstützt zu haben. Alle diese Politiker, die sich für weitsichtig hielten und noch halten und "demokratische Regeln" befüwortet haben, Mubarak muss weg gefordert haben, hört man heute nicht mehr. Es herrscht eine lärmende Stille um versch. Aussenminister u. Oppositionspolitiker die Ihre hirnlosen Meinungen bezüglich der arab. Denkweise für Tatsache hielten und damit mitgeholfen haben Länder an den Abgrund zu bringen!
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