Reaktion auf mutmaßlichen Anschlag Ägyptische Sicherheitskräfte töten 17 Menschen

Am Montag war ein Auto vor dem Nationalen Krebsinstitut von Kairo explodiert - Ägyptens Behörden beschuldigen eine Gruppe, die den Muslimbrüdern nahesteht. Nun gingen sie hart gegen mutmaßliche Mitglieder vor.

Das Krebsforschungsinstitut nach dem Anschlag: Drei brutale Zugriffe als Reaktion
Mohamed El Raai/ DPA

Das Krebsforschungsinstitut nach dem Anschlag: Drei brutale Zugriffe als Reaktion


Die Sicherheitslage in Ägypten bleibt angespannt. Nach dem vermuteten Autobombenanschlag in Kairo mit 20 Todesopfern haben Sicherheitskräfte nach offiziellen Angaben "17 Terroristen" getötet. Die Männer seien mutmaßlich in den Anschlag in der Nacht zu Montag verwickelt gewesen und bei drei Zugriffen zu Tode gekommen, teilte das ägyptische Innenministerium am Donnerstag mit.

Sie hätten der Gruppe Hasm angehört, die nach Einschätzung der Behörden den Muslimbrüdern nahesteht. Diese sind in Ägypten verboten und werden hart verfolgt.

In der Nacht zu Montag war vor dem Nationalen Krebsinstitut in Kairo ein Auto in andere Fahrzeuge gerast und explodiert. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi erklärte später, es habe sich um einen "Terrorakt" gehandelt. Am Donnerstag erklärte das Innenministerium, der Selbstmordattentäter, der den Anschlag verübt habe, sei identifiziert worden: "Es ist ein Mitglied von Hasm, die mit der terroristischen Organisation der Muslimbrüder verbunden ist."

Immer wieder kommt es im Land zu Zwischenfällen

In der Folge seien Sicherheitskräfte in Kairo und im südägyptischen Fajum gegen eine Hasm-Zelle vorgegangen, hieß es vom Innenministerium. Dabei sei auch der Bruder des mutmaßlichen Attentäters getötet worden, als er nach seiner Gefangennahme habe fliehen wollen. Seit 2016 hat Hasm mehrere Anschläge gegen die Polizei, Richter und andere Behördenvertreter in Kairo für sich beansprucht.

In Ägypten kommt es vor allem im Norden der Sinai-Halbinsel immer wieder zu Terroranschlägen und Razzien gegen islamistische Extremisten. Mitte Mai war nahe der Pyramiden von Giseh ein Sprengsatz explodiert, als ein Bus mit Touristen vorbeifuhr. Dabei wurden mehrere Urlauber aus Südafrika durch Glassplitter verletzt.

jok/AFP/dpa



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