Ägypten Machthaber Sisi als Präsident vereidigt

Ägyptens früherer Armeechef Abd al-Fattah al-Sisi ist nun auch offiziell Präsident des Landes. Der 59-Jährige leistete vor dem streng bewachten Verfassungsgericht in Kairo seinen Amtseid.


Kairo - Der ehemalige Armeechef Abd al-Fattah al-Sisi ist als neuer Präsident Ägyptens vereidigt worden. Der Feldmarschall a.D. legte den Amtseid in Kairo vor Mitgliedern des Obersten Verfassungsgerichts ab. Drei Jahre nach dem Arabischen Frühling und dem Sturz von Langzeitpräsident Husni Mubarak steht damit wieder ein Mann aus dem Militär an der Spitze des Landes.

Der Sonntag - in Ägypten ein regulärer Arbeitstag - wurde zum Feiertag erklärt. Mehrere Staats- und Regierungschefs waren eingeladen, darunter der iranische Präsident Hassan Rohani und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Sisi war aus der Präsidentenwahl im Mai mit knapp 97 Prozent der Stimmen als Sieger hervorgegangen. Sein einziger Gegenkandidat, der Linkspolitiker Hamdeen Sabbahi, galt jedoch schon im Vorhinein als chancenlos. Die Wahlbeteiligung wurde mit 47,45 Prozent angegeben - und war damit längst nicht so hoch, wie von Sisi erhofft. Die Wahllokale waren sogar eigens einen Tag länger geöffnet, um eine höhere Beteiligungsquote zu erreichen.

Der ehemalige Verteidigungsminister galt schon seit dem vom Militär betriebenen Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013 als der eigentliche starke Mann Ägyptens. Viele Ägypter sehen in ihm einen Garanten für Stabilität.

Mursis Muslimbrüder, die seitdem durch die Sicherheitskräfte und die Justiz rigoros verfolgt werden, hatten zum Boykott der Präsidentschaftswahl aufgerufen. Kritiker befürchten, dass unter Sisis Präsidentschaft die Repressionen der Sicherheitsbehörden gegen Oppositionelle verstärkt werden. Seit dem Sturz Mursis wurden nach Angaben von Aktivisten mehr als 41.000 Menschen verhaftet. Soziale Netzwerke sollen streng überwacht werden.

wit/dpa/AFP

insgesamt 38 Beiträge
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dschungelmann 08.06.2014
1. Alles selbst gemacht
Zitat von sysopREUTERS/ Egyptian State TelevisionÄgyptens früherer Armeechef Abd al-Fattah al-Sisi ist nun auch offiziell Präsident des Landes. Der 59-Jährige leistete vor dem streng bewachten Verfassungsgericht in Kairo seinen Amtseid. http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegypten-sisi-als-praesident-vereidigt-a-974055.html
Von gewaehlt kann gar keine REde sein. Der Mann ist ein Moerder und blutiger Diktator. Bezeichnend, das die EU dieses Monster abgenickt hat. UNSERE Freunde koennen praktisch mit Ihren Voelkern tun was sie wollen. In Ukraine siehts nicht anders aus.
hotgorn 08.06.2014
2.
Lustiger glatzenmann
hubertrudnick1 08.06.2014
3. Ägypten
Zitat von sysopREUTERS/ Egyptian State TelevisionÄgyptens früherer Armeechef Abd al-Fattah al-Sisi ist nun auch offiziell Präsident des Landes. Der 59-Jährige leistete vor dem streng bewachten Verfassungsgericht in Kairo seinen Amtseid. http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegypten-sisi-als-praesident-vereidigt-a-974055.html
Stillstand, die muslimischen Fanatiker hatten dagegen ein mittelalterlichen Rückschritt gewollt und mussten scheitern, aber das Militär wird auch jegliche freitliche, demokratische Entwicklung im Keim unterdrücken. Man wählte nur zwischen Pest und Cholera.
aljoschu 08.06.2014
4. Ende des Spuks
Quatsch: Blutiger Diktator. - Endlich steht wieder ein Mann an der Spitze Ägyptens, der Stabilität und wirtschaftlichen Aufschwung garantiert, Israel respektiert und etwas von westlicher Waffentechnologie versteht. Ganz ähnlich wie sein großer Vorgänger Mubarak. Jetzt können Deutschland und die USA wieder beruhigt die Auslieferung ihre Waffensysteme an Ägypten fortsetzten. Obama kann endlich Guantanamo auflösen und die letzten überlebenden Gefangenen an ägyptische Spezialfirmen "outsourcen" - natürlich nur mit der tatkräftigen Unterstützung amerkanischer Subject Matter Experts in Sachen Waterboarding und Koran-Pissing. Der Spuk der Arabellion ist tot und begraben.
suprasupra 08.06.2014
5. Sisi ist ok
In einer wirklich demokratischen Wahl wäre Sisi auch Präsident geworden. Natürlich nicht mit 97%, aber er hätte genug Stimmen bekommen. Die Kritik an der Absetzung Mursis und der Wahl Sisis kommt wohl kaum von Leuten, die persönlichen Kontakt zu Ägyptern haben. Die Mehrheitsmeinung in Ägypten ist, dass das Militär Mursi absetzen musste bevor er aus dem Land eine islamische Republik à la Iran machen konnte und es wirtschaftlich völlig ruinieren konnte. Sisi paßt vielleicht nicht in das westliche Weltbild, für Ägypten ist er aber zurzeit die beste Lösung.
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