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08. Februar 2013, 20:10 Uhr

Protest gegen Mursi

Dutzende Verletzte bei Krawallen in Ägypten

Die Polizei setzte Tränengas ein, die Demonstranten warfen Steine und Brandbomben: Gegner der regierenden Islamisten haben sich in Ägypten Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften geliefert. Mehr als 80 Menschen wurden bei den Krawallen verletzt.

Kairo - In Kairo und anderen Städten Ägyptens ist es am Freitag erneut zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Gegner des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi gekommen. Vor dem Präsidentenpalast in Kairo, in Alexandria und mehreren Provinzstädten setzte die Polizei Tränengas ein. Demonstranten warfen Steine und Brandbomben auf die Sicherheitskräfte.

Die Proteste auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo blieben zunächst friedlich. Die Regierungsgegner riefen "Nieder mit der Herrschaft der Muslimbrüder" und "Das Innenministerium ist genauso wie früher, Schlägertrupps, Schlägertrupps".

In Alexandria warfen Demonstranten Steine auf die Polizeistation des Stadtteils Sidi Gaber, die Polizei antwortete mit dem Einsatz von Tränengas. In der Industriestadt Al-Mahalla ging die Ordnungspolizei nach Informationen des regierungsnahen Nachrichtenportals "Al-Ahram" auf Demonstranten los. diese hatten versucht, das Gebäude der Stadtverwaltung zu stürmen. Auch in Kafr al-Scheich, Tanta und in Zagazig, der Heimatstadt von Mursi, kam es zu Krawallen. Insgesamt wurden 80 Menschen bei den Auseinandersetzungen verletzt.

Die Proteste der Gegner der Islamisten standen diesmal unter dem Motto "Freitag des Abgangs". So hatten die Demonstranten auch schon vor zwei Jahren ihren Widerstand genannt, als sie gegen den damaligen Staatschef Husni Mubarak auf die Straße gingen.

Die Proteste richten sich auch gegen Polizeigewalt und gegen die jüngsten Todesdrohungen gegen mehrere prominente Oppositionsführer. Die Aktivisten prangerten erneut das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten an. In den vergangenen Tagen waren mehrere Aktivisten ums Leben gekommen.

als/dpa

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