Ägypten Mehr als zehn Tote bei Anschlag vor Polizeizentrale

Schwerer Anschlag in Ägypten: Bei der Explosion zweier Sprengsätze in der nordägyptischen Stadt Mansura sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen, 134 wurden verletzt. Sowohl die Regierung als auch die oppositionelle Muslimbrüderschaft verurteilten die Gewalttat.

Sicherheitsmann vor zerstörtem Polizeigebäude: Viele Tote und Verletzte
REUTERS

Sicherheitsmann vor zerstörtem Polizeigebäude: Viele Tote und Verletzte


Kairo - Bei einem Bombenanschlag vor der Zentrale der Polizei in der nordägyptischen Stadt Mansura sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. 134 weitere seien bei dem Attentat am frühen Dienstagmorgen verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Zunächst hatten Behörden die Zahl der Opfer mit mindestens 14 angegeben, die Angabe wurde jedoch am Dienstagvormittag korrigiert.

Ministerpräsident Hasim al-Beblawi kündigte an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Attentäter wollten die Zukunft des Landes zerstören, sagte er im Fernsehsender ONTV.

Mansura liegt rund 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kairo. Der Anschlag ist der bislang größte in dem Land, abgesehen von der der unruhigen Sinai-Halbinsel und dem Suezkanal-Gebiet.

Das Internetportal al-Ahram berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, zwei Sprengsätze seien nahezu zeitgleich explodiert - einer in einem Auto und einer im Gebäude. Eine dritte Bombe habe nicht gezündet.

Nach Angaben der Regierung der Provinz Dakahlija stürzten wegen der Wucht der Detonation Teile des Gebäudes ein. Daher seien auch Passanten zu Schaden gekommen. Sicherheitskreisen zufolge wurde auch der Polizeichef der Provinz verletzt.

In Ägypten kommt es seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Sommer immer wieder zu Angriffen auf Sicherheitskräfte. Die Regierung macht dafür islamistische Extremisten verantwortlich.

Zuletzt hatte die Terrorgruppe Ansar Bait al-Makdis mit Anschlägen auf Soldaten gedroht. Sie gilt als eine der Hauptverantwortlichen für die zunehmenden Anschläge.

Die ägyptische Muslimbruderschaft verurteilte den Bombenanschlag in Mansura. In einem Statement aus dem Pressezentrum der Organisation in London heißt es: "Die Muslimbrüderschaft betrachtet diese Tat als einen Angriff auf die Einheit des ägyptischen Volks." Die Verantwortlichen des Verbrechens müssten vor Gericht gebracht werden.

wal/dpa/Reuters



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digidoila 24.12.2013
1. gemengenlage
ist derart unübersichtlich, dass es unmöglich ist mit sicherheit zu sagen, wer solche anschläge zu welchen zwecken verübt. mein tip: die von mursi&co in ägypten von der leine gelassenen globaldjihadisten, die keine macht ausser der religiösen gerichte akzeptieren. über kurz oder lang, hätten sie ihn selbst bekämpft, nur dass die armee dem zuvorgekommen ist. die muslimbrüder haben jetzt die wahl weiter auf ihre gewohnte strategie des ausharrens und auf die nächste chance auf die macht zu warten oder sich der djihadbewegung anzuschliessen im blutigen kampf gegen alle ungläubigen.
kejo 24.12.2013
2. Immer fair bleiben
Zum glück hat der Spiegel diesmal nicht die Militär Propaganda als einzige wahre Headline dargestellt. 5 Minuten nach dem Anschlag hatte nämlich der Ministerpräsident schon die Muslimbrüder dafür verantwortlich gemacht und gefordert dass diese als Terrororganisation eingestuft wird. Ich mag religiöse Parteien auch nicht,aber man muss gegen über jeden Menschen fair bleiben,ob man mit seiner Ideologie einverstanden ist oder nicht. Wer wirklich mehr verstehen will was momentan in Ägypten passiert, sollte auf the Guardian oder Aljazeera english zurückgreifen. Denn wen es um Auslands Nachrichten geht, besonders im Arabischem Raum, ist man in Deutschland, dank der Journaille, nicht sonderlich gut informiert. Kann sich noch jemand an der Erschießung von mindestens 1000 Menschen in Kairo erinnern, bestimmt nicht, es Waren ja letzten Endes nur Muslime/Islamisten, und die deutschen Medien haben kaum darüber berichtet. Aber jeder kennt das Tian'anmen-Massaker von 89. Die Berichterstattung über den Terroranschlag am 1. Januar 2011 in Alexandria, verdeutlicht was ich meine. bitte auch die Einzelnachweise lesen. http://de.wikipedia.org/wiki/Terroranschlag_am_1._Januar_2011_in_Alexandria
daisky 24.12.2013
3.
Armeen und Polizei im arabischen Raum sind nur ein Werkzeug um die eigene Bevölkerung zu unterdrücken. Zu mehr sind diese Streitkräfte nicht in der Lage.
erdogan-r 24.12.2013
4. Nächte Front
ob man aljazeera als objektive Informationsquelle nehmen sollte ist kritisch zu betrachten wenn man sieht dass dort "Journalisten"wie Herr Aluni agieren die ein Sprachrohr der Al Qaida sind .Dieser feine Herr hat kürzlich wieder einen Exklusivinterview mit dem Topterroristen von Al Nusra.Ägypten wird anscheinend die nächste Fronten des internationalen islamistischen Terrornetzes.Die Aussichten sind düster.Sie werden keine Ruhe geben bis die ganze Welt in ein Blut Meer verwandelt haben.Das ganze hat mit Religion nichts mehr zu tun. Es ist eine kranke Ideologie.
daisky 24.12.2013
5.
Zitat von erdogan-rob man aljazeera als objektive Informationsquelle nehmen sollte ist kritisch zu betrachten wenn man sieht dass dort "Journalisten"wie Herr Aluni agieren die ein Sprachrohr der Al Qaida sind .Dieser feine Herr hat kürzlich wieder einen Exklusivinterview mit dem Topterroristen von Al Nusra.Ägypten wird anscheinend die nächste Fronten des internationalen islamistischen Terrornetzes.Die Aussichten sind düster.Sie werden keine Ruhe geben bis die ganze Welt in ein Blut Meer verwandelt haben.Das ganze hat mit Religion nichts mehr zu tun. Es ist eine kranke Ideologie.
Also einen Journalisten, dafür als "Sprachrohr..." zu kritisieren, weil dieser mit irgendwem ein Exklusivinterview geführt hat ist schon unterste Schublade. Den jeder Journalist hat schon mit irgendwem ein Interview geführt und diese sind jetzt natürlich deren Werkzeug. Aber ich verstehe, was Sie unter "objektive Informationsquelle" verstehen: nur keine Interviews mit Leuten, die Sie nicht mögen....
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