Ägyptens Ex-Präsident Prozess gegen Mursi beginnt am 4. November

Der Termin für den Prozess gegen Mohammed Mursi steht fest: Ägyptens gestürzter Präsident muss sich ab dem 4. November vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, im Dezember 2012 zum Mord an Demonstranten aufgerufen zu haben.

Mursi-Unterstützer (Archivbild): Prozess gegen gestürzten Präsidenten naht
REUTERS

Mursi-Unterstützer (Archivbild): Prozess gegen gestürzten Präsidenten naht


Kairo - Ägyptens gestürzter Präsident Mohammed Mursi steht ab dem 4. November wegen Anstiftung zum Mord an Demonstranten vor Gericht. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Mena am Mittwoch. Mursi, der zur islamistischen Bewegung der Muslimbrüder gehört, war Anfang Juli nach tagelangen Unruhen vom Militär gestürzt worden.

Ihm wird zusammen mit 14 weiteren Muslimbrüdern der Prozess gemacht. Sie sind wegen des gewaltsamen Todes mehrerer Demonstranten bei Protesten vor dem Präsidentenpalast im Dezember 2012 angeklagt. Damals hatten Tausende Gegner der Muslimbruderschaft gegen ein Dekret von Mursi und gegen die von den Islamisten verabschiedete Verfassung demonstriert. Fünf Protestteilnehmer wurden getötet. Mehrere Verletzte gaben an, sie seien von Anhängern der Muslimbruderschaft misshandelt worden.

Mursi wird seit seiner Entmachtung an einem geheimen Ort festgehalten. Offiziell sitzt er wegen Ermittlungen zu den Umständen seiner Gefängnisflucht Anfang 2011 in Untersuchungshaft.

Immer wieder blutige Proteste

Die Muslimbruderschaft demonstriert seit dem Sturz Mursis für seine Wiedereinsetzung. Die ägyptischen Behörden gehen unnachgiebig gegen die Islamisten vor. Mitte August war die Lage eskaliert, als Sicherheitskräfte zwei Protestlager in Kairo gewaltsam räumten. Insgesamt wurden mehr als tausend Menschen getötet. Rund 2000 Muslimbrüder wurden festgenommen, darunter auch ein Großteil ihrer Führungsriege.

Ende September wurden alle Aktivitäten der Organisation verboten. Zudem wurde die Beschlagnahme ihrer Besitztümer verfügt. Am Dienstag entzogen die Behörden ihrem zivilgesellschaftlichen Ableger den Status als anerkannte Nichtregierungsorganisation ab.

jok/ler/AFP/dpa



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